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Deutschland / Welt Der Mann, der Trump schwer belastet: Ein Patriot und Ankläger
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Der Mann, der Trump schwer belastet: Ein Patriot und Ankläger

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09:15 30.10.2019
Alexander Vindman (Mitte) ist nach eigenen Angaben Ohrenzeuge von Trumps Telefonat mit Selenskyj gewesen. Quelle: imago images/UPI Photo
Washington

Der Zeuge erschien in voller Uniform, und zahlreiche Orden zierten seine Brust. „Ich habe Hochachtung vor den amerikanischen Werten und Idealen und der Kraft der Freiheit“, erklärte Oberstleutnant Alexander Vindman. „Ich bin ein Patriot.“ Der 44-Jährige sagte am Dienstagmorgen vor einem US-Kongressausschuss als erster aktiver Mitarbeiter des Weißen Hauses aus. Und er belastete Donald Trump schwer.

Der dramatische Auftritt des hochdekorierten Offiziers, der im Irak-Krieg verwundet wurde, war eine bemerkenswerte Wegmarke im Impeachment-Verfahren gegen den US-Präsidenten. Nicht nur sagte mit Vindman erstmals ein direkter Ohrenzeuge des umstrittenen Telefonats Trumps mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aus, in dessen Verlauf Trump eine Untersuchung gegen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden verlangte.

Als Migrant, der im Alter von drei Jahren mit seiner mittellosen jüdischen Familie aus der damaligen Sowjetunion übersiedelte und es in der neuen Heimat mit einem Harvard-Abschluss bis auf den Posten des Ukraine-Experten im Nationalen Sicherheitsrat brachte, verkörpert Vindman auch die Quintessenz des amerikanischen Traums.

„Es ist meine heilige Pflicht, unser Land zu verteidigen“

„Es ist meine heilige Pflicht, unser Land zu verteidigen“, erklärte der Offizier im Kongress. Deshalb melde er sich nun zu Wort, nachdem er zuvor bereits gegenüber seinen Vorgesetzten mehrere Eingaben gemacht habe. Seit dem Frühjahr beobachtete Vindman eine zunehmende Einflussnahme von Außenstehenden auf die amerikanische Ukraine-Politik, die er für gefährlich hielt. Damit spielt er offenbar auf Trumps Anwalt Rudy Giuliani an, der Geschäftsinteressen in der Region hat.

Das Trump-Telefonat vom 25. Juli beunruhigt ihn: „Ich hielt es nicht für angemessen zu verlangen, dass eine ausländische Regierung gegen einen US-Bürger ermittelt, und ich war besorgt, welche Konsequenzen das auf die Unterstützung der US-Regierung für die Ukraine haben könnte.“

Im Kern bestätigte Vindman die Aussagen des Whistleblowers, der vor einem Monat die Ukraine-Affäre ans Tageslicht gebracht hatte. Doch anders als der anonyme Informant hat dieser Zeuge ein Gesicht. Noch dazu hat eine befreundete Fotografin den Lebensweg des Migranten von der Kindheit in „Little Odessa“ im New Yorker Stadtteil Brooklyn über die Hochzeit bis zur stolzen Berufung ins Weiße Haus an der Seite seines Zwillingsbruders in Bildern festgehalten. Die oppositionellen Demokraten hoffen daher, dass die Aussage des Offiziers, der im Laufe seiner Laufzeit auch in Deutschland stationiert war, einen Durchbruch in der öffentlichen Unterstützung für das Amtsenthebungsverfahren bringt.

Ein früherer Komiker, der Sohn des Ex-Vizepräsidenten und ein großer Unbekannter: Donald Trump ist nicht der einzige, der im Ringen um ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen den US-Präsidenten im Fokus steht. Wer in der Ukraine-Affäre und auf dem Weg zu einem möglichen Impeachment wichtig war, ist und werden dürfte:

Derweil versuchen republikanische Abgeordnete und Trumps Haussender Fox, den Irak-Kriegsveteranen zu verleumden. „Er ist sehr besorgt um die Verteidigung der Ukraine“, sagte der republikanische Abgeordnete Sean Duffy. „Ich weiß nicht, ob er sich auch um amerikanische Politik kümmert.“ Ein Gesprächsgast bei Fox diffamierte Vindman offen als Agenten Kiews. Für die Kampagne hatte der demokratische Senator Joe Manchin nur ein Wort übrig: „Verabscheuungswürdig.“

Von Karl Doemens/RND

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