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Deutschland / Welt Der Präsident macht Mut
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23:30 22.05.2009
Von Reinhard Urschel
Bundespräsident Horst Köhler (Mitte) Quelle: Wolfgang Kumm/ddp
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Bei einem Staatsakt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt hat Bundespräsident Horst Köhler die Verfassung als Grundlage des Erfolgsweges der Bundesrepublik gewürdigt und den Bürgern zugleich Mut zugesprochen, die gegenwärtige wirtschaftliche Krise zu bewältigen. In der Geschichte des Landes hätten die Deutschen schon mehrere Krisen gemeistert, sagte das Staatsoberhaupt.

Der Bundespräsident bezeichnete das Grundgesetz, das am 23. Mai 1949 in Kraft trat, als „Leuchtfeuer der Freiheit“. Die Bürger hätten das Grundgesetz mit Leben erfüllt und damit auch den Menschen in der DDR Hoffnung gegeben. Köhler formulierte ausgesprochen umsichtig, stets bemüht, keinen Ost-West-Gegensatz spüren zu lassen. Das DDR-Regime versah er jedoch mit deutlich ablehnenden Worten, die Bürger der DDR und ihre friedliche Revolution aber würdigte er umso einfühlsamer.

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Einen Tag vor dem 60. Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland hat die politische Elite des Landes die Feierlichkeiten begonnen.

An der Einheit Deutschlands müsse weiter gearbeitet werden. Mit der Einheit sei es wie mit der Demokratie, sagte Köhler, „sie ist nie fertig“. Den ehemaligen DDR-Bürgern sei eine großartige Aufbauleistung gelungen. Der Bundespräsident zeigte Verständnis für die Verbitterung vieler Ostdeutscher über die hohe Arbeitslosigkeit. „Wir dürfen nicht hinnehmen, dass die Teilung unseres Landes in der Arbeitslosenstatistik fortbesteht“, betonte Köhler.

Die gegenwärtige Wirtschaftskrise sollte Köhler zufolge vor allem für zwei Chancen genutzt werden: für eine ökologische industrielle Revolution, bei der neue Energiequellen erschlossen und neue Produktionsweisen entwickelt werden, sowie eine größere Aufmerksamkeit für den „Wert und die Würde der Arbeit, die Menschen für Menschen leisten“.

Der Bundespräsident appellierte an Politik und Bürger, sich neue Ziele zu setzen, so wie es die Verfasser des Grundgesetzes in der Präambel auch getan hatten. Köhler warb für die Einheit zwischen den Generationen, zwischen behinderten und nicht-behinderten Menschen, Zuwanderern und Einheimischen sowie zwischen Arm und Reich.


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An der Feierstunde nahmen die Spitzen der Verfassungsorgane sowie Repräsentanten aus Politik, Gesellschaft und Kirchen teil. Auch die beiden Gegenkandidaten von Köhler bei der Bundespräsidenten-Wahl an diesem Sonnabend, Gesine Schwan und Peter Sodann, waren unter den Gästen.

In dem ökumenischen Gottesdienst, der dem Staatsakt vorangegangen war, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, das Grundgesetz knüpfe an das christliche Menschenbild an, biete aber allen Bürgern unabhängig von ihren religiösen Überzeugungen eine Heimstatt.