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Deutschland / Welt Deutsch-französischer Fotograf stirbt in Tunis
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18:08 16.01.2011
Eine der letzten Aufnahmen des Fotografen Lucas Dolega, die er einen Tag bevor er von einer Tränengaspatrone am Kopf lebensgefährlich verletzt wurde machte. Er verstarb am Sonntag in einem Krankenhaus. Quelle: dpa
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Bereits in der Nacht zum Sonntag hatte seine deutsche Mutter Karin von Zabiensky den Gesundheitszustand ihres Sohnes als sehr ernst beschrieben.

Die Bild-Agentur epa beliefert auch die Deutsche Presse-Agentur dpa mit Fotos. dpa-Chefredakteur Wolfgang Büchner sprach der Familie des Getöteten sein Beileid aus. „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten seiner Familie, seinen Angehörigen und Freunden“, sagte Büchner am Sonntag. „Wir hören und lesen fast jede Woche davon, dass Journalisten bei ihrer Arbeit ums Leben kommen. Wir wissen um die Gefahren, die Reporter-Einsätze in Krisenregionen mit sich bringen. Und doch ist es dann etwas ganz anderes, wenn es einen Kollegen aus dem eigenen Team trifft.“

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Sein Tod zeige, wie wenig selbstverständlich die Freiheit und Sicherheit in vielen Teilen der Welt sei, wie wichtig Pressefreiheit und Rechtsstaatlichkeit seien, wie wichtig die Arbeit von Journalisten sei - gerade in jenen Regionen, in denen Menschen Leib und Leben riskierten, wenn sie gegen Unterdrückung und Willkürherrschaft auf die Straße gehen.

„Wir sind Lucas Dolega unendlich dankbar für seinen mutigen Einsatz in einer gefährlichen Situation“, sagte Büchner. „Er hat seine Arbeit getan. Er hat dazu beigetragen, dass die Welt von den prekären Umständen in Tunesien erfahren hat. Es ist entsetzlich und erschütternd, dass wir Lucas Dolega verloren haben.“

dpa

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