Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Deutsche Raketen und Sprengstoff auf Frachter entdeckt
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Deutsche Raketen und Sprengstoff auf Frachter entdeckt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:53 22.12.2011
Am Mittwochabend hatte die finnische Polizei auf dem Frachter „Thor Liberty“ 69 Patriot-Luftabwehrraketen und 150 Tonnen Sprengstoff entdeckt.
Am Mittwochabend hatte die finnische Polizei auf dem Frachter „Thor Liberty“ 69 Patriot-Luftabwehrraketen und 150 Tonnen Sprengstoff entdeckt. Quelle: dpa
Anzeige
Oldenburg/Helsinki

Bei den in der Ostsee sichergestellten „Patriot“-Raketen handelt es sich nach Angaben des deutschen Zolls um eine legale Rüstungslieferung an Südkorea. Die von der finnischen Polizei auf einem Frachter sichergestellten Waffen seien legal in Deutschland an Bord gekommen, teilte das Oldenburger Hauptzollamt am Donnerstag mit. Demnach lagen den Behörden die notwendigen Exportgenehmigungen von Deutschland nach Südkorea vor. „Was die Ausfuhr angeht, ist es ordnungsgemäß gelaufen“, sagte ein Behördensprecher am Donnerstag. Zur Herkunft der großen Menge Sprengstoff an Bord des Schiffes gab es keine Angaben.

Am Mittwochabend hatte die finnische Polizei auf dem Frachter „Thor Liberty“ 69 Patriot-Luftabwehrraketen und 150 Tonnen Sprengstoff entdeckt. Nach finnischen Angaben habe das auf der britischen Insel Isle of Man registrierte Schiff keine Erlaubnis zum Transport militärischer Güter gehabt. Die finnische Polizei sprach von „Verdachtsmomenten“ gegen den Kapitän und den Steuermann aus der ukrainischen Besatzung. Beide seien am Donnerstagmorgen verhört worden, meldete die Nachrichtenagentur STT/FNB.

Im südfinnischen Kotka unweit der Grenze zu Russland sollte eine Papiermaschine zur Fracht dazugeladen werden. Dabei hatten Hafenarbeiter die Behörden alarmiert, weil der Sprengstoff ihrer Meinung nach nicht sicher verstaut war.

Nach Angaben des deutschen Zolls waren die Waffen im Papenburger Hafen verladen worden und hatten im Emder Hafen das deutsche Zollgebiet verlassen. In beiden Häfen seien sie von den Zollbeamten kontrolliert worden. Die Ausfuhr von Kriegswaffen ist per Gesetz streng reglementiert. Es habe eine Sammelausfuhrgenehmigung und eine Genehmigung nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz vorgelegen. „Ausführer war das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung“, sagte der Sprecher. Die Ausfuhr von Waffen sei für den Emder Zoll nicht außergewöhnlich. „Das kommt öfter vor“, sagte er.

Das von den USA entwickelte Waffensystem „Patriot“ dient der Abwehr von Flugzeug- und Raketenangriffen. Die Flugkörper erreichen fast vierfache Schallgeschwindigkeit und können Ziele in einer Höhe von bis zu 30 Kilometern und einer Entfernung von mehr als 100 Kilometern treffen. 

dpa