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Deutschland / Welt Deutscher Soldat bei Anschlag in Afghanistan getötet
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Deutscher Soldat bei Anschlag in Afghanistan getötet
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18:28 25.05.2011
Ein deutscher Soldat wurde am Mittwoch bei einem Anschlag in Afghanistan getötet. Quelle: dpa (Archivbild)
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Die afghanischen Behörden haben den Tod eines deutschen Soldaten bei einem Anschlag in der nördlichen Provinz Kundus bestätigt. Ein weiterer Bundeswehr-Soldat und ein afghanischer Übersetzer seien verletzt worden, sagte der Gouverneur des Distrikts Char Darah, Hadschi Abdul Momen. Er habe die Deutschen zuvor vor Angriffen gewarnt, weil er kürzlich Bewegungen der Taliban in Char Darah registriert habe.

Der Polizeichef des Unruhedistrikts, Gholam Muhajuddin, sagte, die Soldaten seien am Mittwoch auf Patrouille in Char Darah gewesen, als ein Sprengsatz am Straßenrand detoniert sei. Die Opfer seien mit einem Militärhubschrauber ausgeflogen worden. Momen sagte, zwei Panzerfahrzeuge seien bei der Explosion zerstört worden.

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Bis zum Herbst vergangenen Jahres hatten die radikal-islamischen Taliban weite Teile Char Darahs unter ihrer Kontrolle. Bei einer Offensive vor allem von deutschen, amerikanischen und afghanischen Truppen waren die Aufständischen dann aber zurückgedrängt worden. Zwar kommt es in Kundus immer noch zu Anschlägen, im Vergleich zum vergangenen Jahr hat sich die Sicherheitslage aber verbessert.

Nach Angaben der Grünen im Bundestag wurden bei dem Anschlag zudem ein weiterer deutscher Soldat und ein Übersetzer schwer verletzt. „Diese hinterhältige und abscheuliche Tat verurteilen wir aufs Schärfste“, teilten die Fraktionschefs Renate Künast und Jürgen Trittin mit. Leider beweise der Vorfall erneut, „in welch schwierigem Einsatz sich die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr befinden, bei dem sie Leib und Leben jeden Tag aufs Spiel setzen“.

Das Verteidigungsministerium wollte sich zunächst nicht äußern. Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam bestätigte zunächst nur, dass es am Morgen gegen 08.00 Uhr deutscher Zeit nordwestlich von Kundus einen Anschlag auf eine deutsche Patrouille gegeben hat. Zu möglichen Opfern wollte ein Sprecher nichts sagen.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, der Ort des Anschlags liege etwa 14 Kilometer nordwestlich von Kundus. Aus Ministeriumskreisen hieß es, Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) werde sich am Nachmittag zwischen 15.00 und 16.00 Uhr zu dem Vorfall äußern.

Seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes 2001 kamen 48 deutsche Soldaten ums Leben. 30 davon starben im Gefecht oder bei Anschlägen. Die Bundeswehr ist in Afghanistan im Rahmen der Nato-geführten internationalen Schutztruppe Isaf im Einsatz.

Zuletzt waren Mitte Februar bei einem Anschlag in einem Bundeswehrstützpunkt in der afghanischen Provinz Baghlan drei deutsche Soldaten getötet und sechs weitere verletzt worden. Der Angreifer, der eigentlich das Lager schützen sollte, hatte auf die Soldaten geschossen und einen 21 Jahre alten Hauptgefreiten, einen 22 Jahre alten Stabsgefreiten und einen 30 Jahre alten Hauptfeldwebel vom Panzergrenadierbataillon 112 im bayerischen Regen getötet.

dpa