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Deutschland / Welt Wahlrecht für 14-Jährige gefordert
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16:31 06.11.2015
Quelle: Nancy Heusel
Berlin

Der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, hat sich erneut für ein Wahlrecht ab 14 Jahre stark gemacht. "Eine Absenkung des Wahlalters auf 14 Jahre wäre jetzt angemessen. In diesem Alter gelten auch Strafmündigkeit und Religionsmündigkeit", sagte Krüger der Zeitung "Die Welt". Kinder lernten in der Schule heutzutage viel über Politik, ergänzte er.

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert seit langem eine schrittweise Absenkung des Wahlalters auf 14 Jahre. Die Organisation sieht darin einen notwendigen Schritt, um die Interessen der jüngeren Generationen angesichts des demografischen Wandels im politischen Prozess zu wahren. Angesichts eines zunehmend höheren Anteils von älteren Menschen steigt deren politisches Gewicht immer weiter. Bei der Bundestagswahl 2013 stellten Über-60-Jährige der Bundeswahlleitung zufolge mit 21,3 Millionen bereits ein Drittel sämtlicher Wahlberechtigten und damit mehr als doppelt so viele wie die Gruppe der Unter-30-Jährigen. Auf sie entfielen lediglich 9,8 Millionen potenzielle Wählerstimmen. Zudem gehen die Älteren häufiger wählen. Nach Überzeugung des Kinderhilfswerks hat dies bereits dazu geführt, dass die Chancen junger Menschen gesunken sind, ihre Interessen wahrzunehmen und durchzusetzen. Der Verband verweist zur Begründung seiner Forderung aber auch auf das gestiegene politische Interesse von Kindern und Jugendlichen. Zahlreiche Studien belegten, dass diese sich engagieren wollten und informiert seien.

Krüger äußerte außerdem Sympathien für eine staatliche Grundsicherung in Höhe von monatlich 550 Euro pro Kind. Das sei nach Berechnungen von Forschern genau die Summe, die den durchschnittlichen finanziellen Aufwand im Laufe der Erziehungsjahre abdecke, erläuterte er. "Von diesen 550 Euro sind wir weit entfernt, wenn wir Kindergeld beziehungsweise Kinderfreibetrag und Leistungen wie beispielsweise den Kinderzuschlag zusammenzählen." Geldfragen und politische Entscheidungen seien in diesem Zusammenhang jedoch nicht alles, ergänzte Krüger. Es sei "Fakt", dass Deutschland "gesamtgesellschaftlich" nicht kinderfreundlich sei. Wenn sich Bürgerinitiativen gegen den Bau von Spielplätzen wehrten oder Fluggesellschaften mit kinderfreien Zonen würben, dann seien das "primär keine politischen, sondern gesellschaftliche Auswüchse".

afp

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