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00:00 10.11.2009
Von Reinhard Urschel
Symbol der Freiheit: 1000 Mauerstücke, aufgestellt wie Dominosteine, werden entlang des ehemaligen Mauerstreifens zu Fall gebracht. Quelle: ddp
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Die Blicke der Welt waren am Montag wieder auf Berlin gerichtet: Mit einem „Fest der Freiheit“ haben Hunderttausende Menschen in der deutschen Hauptstadt den Fall der Mauer vor 20 Jahren gefeiert. Bundespräsident Horst Köhler würdigte die von DDR-Bürgern angestoßene friedliche Revolution und sprach vom „Glück der europäischen Vereinigung“. Wie Köhler dankte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) allen Menschen in Europa, die die deutsche Einheit möglich gemacht haben.

Zu den Feierlichkeiten waren Staats- und Regierungschefs sowie Vertreter von Organisationen aus mehr als 30 europäischen Ländern in die deutsche Hauptstadt gekommen. Höhepunkt des trotz des regnerisch-kühlen Wetters munteren Treibens auf den Straßen Berlins war am Abend der Fall einer aus bunt bemalten Styroporsteinen symbolisch wiederaufgebauten Berliner Mauer. Unter dem Jubel einer fröhlichen Menschenmenge kippten die 1000 Dominosteine und stellten so die Kettenreaktion dar, die damals ganz Europa erfasste.

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Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy rief auf deutsch: „Wir sind Brüder, wir sind Berlin“. Großbritanniens Premierminister Gordon Brown sagte, „die ganze Welt, liebe Berliner, ist stolz auf Euch. Vielen Dank!“. Russlands Staatschef Dmitri Medwedew wünschte den Deutschen „viel Erfolg“. Und US-Außenministerin Hillary Clinton hatte überraschend eine Video-Grußbotschaft von Präsident Barack Obama mitgebracht. „Wir wissen, dass die Arbeit für die Freiheit nicht zu Ende gehen darf“, sagte Obama darin. Auch Merkel betonte, der 9. November sei „ein Feiertag für ganz Europa“. Sie wolle an diesem Tag allen danken, die den Deutschen auf ihrem Weg zur Einheit geholfen haben.

Ausdrücklich würdigte sie die Rolle des früheren sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow, der vor 20 Jahren beim Fall der Berliner Mauer „mutig die Dinge hat geschehen lassen“. Doch sollten auch nicht die vielen mit der Teilung verbundenen persönlichen Schicksale vergessen werden: „Bevor das Glück der Freiheit kam, haben viele auch gelitten.“ Merkel hatte sich für ihren Spaziergang am 9. November die Bösebrücke an der Bornholmer Straße in Berlin ausgesucht, wo 1989 der erste Schlagbaum an der innerdeutschen Grenze geöffnet worden war. Begleitet wurde die Kanzlerin auf ihrem Brückengang von ehemaligen DDR-Bürgerrechtlern, sowie Gorbatschow und dem polnischen Arbeiterführer und Ex-Präsidenten Lech Walesa.

Auch in Niedersachsen wurde mit Feierstunden und Gottesdiensten an das historische Ereignis erinnert. „Heute feiern wir die Menschen, die uns diese Freiheit ermöglicht haben“, sagte Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) am Montagabend bei der zentralen Feierstunde am ehemaligen Grenzübergang Marienborn. In Hannover betonte Landesbischöfin Margot Käßmann in einem Gottesdienst: „Dass Gebete und Kerzen eine Diktatur in die Knie zwingen könnten, das haben wir manchmal selbst nicht zu hoffen gewagt.“ Niedersachsen hatte bis zur Wende eine 594 Kilometer lange Grenze zur früheren DDR, die längste aller westdeutschen Bundesländer.

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09.11.2009
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