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22:22 04.01.2011
Von Alexander Dahl
Der frühzeitige Ruhestand ist oft teuer erkauft. Quelle: dpa
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Im Jahr 2009 gingen demnach 48,7 Prozent aller Frauen vorzeitig in Rente – ein neuer Rekordwert. Bei den Männern schieden 41,2 Prozent vorzeitig aus dem Erwerbsleben aus. Trotz des derzeitig gültigen Renteneintrittsalters von 65 Jahren für Männer und Frauen bezogen die Menschen im Jahr 2009 durchschnittlich schon mit 63,2 Jahren Altersbezüge.

Für Frauen bedeutete dies einen besonderen finanziellen Verlust. Sie müssen monatlich auf fast 106 Euro verzichten und bekommen im Durchschnitt nur rund 622 Euro Rente. Auch die monatliche Einbuße ist ein neuer Spitzenwert. Der Anteil der Frauen, die vorzeitig mit Abschlägen in Rente gehen, ist in den vergangenen zehn Jahren dramatisch gestiegen: Lag deren Anteil im Jahr 2000 noch bei 16,3 Prozent, kletterte er bis 2009 auf fast 49 Prozent. Hintergrund ist laut Rentenversicherung, dass das Renteneintrittsalter ohne Abschläge von ehedem 63 auf 65 Jahre erhöht wurde. Da Frauen aber weiter von 60 Jahren an Altersbezüge beziehen dürfen, müssen sie auf 18 Prozent ihrer Bezüge verzichten. Männer dürfen erst ab 63 einen Rentenantrag stellen; ihre Bezüge reduzieren sich dann nur um 7,2 Prozent.

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Tatsächlich zogen Männer den Rentenbeginn im Jahr 2009 durchschnittlich um fast drei Jahre vor – nämlich fast 33 Monate. Aus diesem Grund bekamen die Betroffenen fast 128 Euro weniger Rente im Monat, als wenn sie bis 65 gearbeitet hätten. Im Durchschnitt wurden den Männer rund 1061 Euro Rente monatlich ausgezahlt.

Warum so viele Bürger Verluste hinnehmen, ist aus der Statistik nicht ersichtlich. Berater der staatlichen Rentenversicherung haben etwa beobachtet, dass gerade Frauen den Wunsch haben, sich mit ihren meist etwas älteren Männern gleichzeitig zur Ruhe zu setzen.

Allerdings fehlen oft auch Beschäftigungsmöglichkeiten, denn 2009 verabschiedeten sich nur 20,1 Prozent der Menschen aus einer versicherungspflichtigen regulären Arbeit in Altersrente. Weitere 16 Prozent kamen aus der Altersteilzeit. 16,5 Prozent bezogen direkt vor der Rente staatliche Unterstützung, 8,3 Prozent hatten nur einen 400-Euro-Job. Und 34 Prozent der neuen Rentner waren unmittelbar zuvor „passiv Versicherte“ ohne Beitragszahlungen.