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23:18 16.01.2013
Von Reinhard Urschel
2,5 Millionen Schweineplätze sind in Deutschland beantragt und genehmigt. Quelle: dpa
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Berlin

Von den knapp 2,5 Millionen in ganz Deutschland beantragten und genehmigten Schweineplätzen entfällt die Hälfte auf Niedersachsen, gefolgt von Thüringen und Bayern mit jeweils rund 300 000 sowie Sachsen-Anhalt mit 250 000 Plätzen. Bei den Hähnchen sieht es ähnlich aus: Mehr als die Hälfte der neuen Mastplätze ist in Niedersachsen entstanden.

Der Trend in der Landwirtschaft hin zu immer stärker industrialisierten und spezialisierten Betrieben ist nach Studien des Naturschutzbundes BUND und nach einer Erhebung der Grünen-Bundestagsfraktion bei den zuständigen Genehmigungsbehörden der Länder und der Kreise ungebremst. Die in den Studien erfassten Mega-Mastanlagen liegen bei Schweinen bei rund 10 000 Tieren, bei Hähnchen können das bis 100 000 Tiere sein, bei einer Großanlage bei Vechta sind es sogar mehr als 600 000. Damit einher gehen die entsprechenden Geruchs-, Lärm-, Feinstaub-, Wasser- und Verkehrsbelastungen in der Nachbarschaft.

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Die Erhebung der grünen Agrar-Experten dokumentiert eine Entwicklung hin zu weniger Fleischproduktionsstätten. Das hat zur Folge, dass der Kontakt Tier-Mensch rapide abgenommen hat. Versorgte eine Arbeitskraft 1970 rund 600 Schweine, waren es 2010 über 2000 Tiere.

Ein neues Tierschutzsiegel soll Verbrauchern derweil den Kauf von Fleisch aus garantiert tierschutzgerechter Produktion ermöglichen. Das Siegel schaffe für den Verbraucher mehr Transparenz, sei aber auch mit höheren Kosten der Produkte verbunden, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). Sie stellte das Label zusammen mit dem Deutschen Tierschutzbund vor.