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Deutschland / Welt Donald Trumps Ego-Trip zur Truppe
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20:09 27.12.2018
Selbst im Bürgerkriegsland Irak hat US-Präsident Trump es sich nicht verkniffen, die US-Demokraten als vaterlandslose Gesellen darzustellen. Quelle: dpa
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Washington

Eigentlich hatte sich Donald Trump die Feiertage ganz anders vorgestellt: zwei Wochen Florida auf seinem  Anwesen mit viel Zeit zum Golfspielen. Doch dann hielt der Haushaltsnotstand den US-Präsidenten im kalten Washington fest. „Ich bin ganz alleine (ich Armer) im Weißen Haus“, twitterte er selbstmitleidig am Heiligabend.

Mit einem überraschenden Besuch der US-Truppen im Irak hat Trump nun offenbar seinen Frust abgebaut. Der Auftritt vor hundert Soldaten auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Asad und ein kurzer Tankstopp im pfälzischen Ramstein verliefen ganz nach seinem Geschmack: Die Uniformierten posierten für Selfies, ließen sich rote Fan-Kappen signieren und jubelten ihrem Oberbefehlshaber zu.

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Die Demokraten erschweren Trump das Regieren

Schöne Bilder braucht der Narzisst im Weißen Haus zur Mitte seiner Amtsperiode dringend. Seit knapp einer Woche steht ein Viertel der Regierungsbehörden still, weil Trump den Streit mit dem Kongress über den Haushalt und die Mauer zu Mexiko auf die Spitze getrieben hat. Mit der neuen demokratischen Mehrheit in der ersten Kammer wird die Kompromisssuche extrem schwierig. Noch mehr aber dürften den Präsidenten die Börsen beunruhigen. Der Geschäftsmann hat die Aktienkurse zu seinem wichtigsten Bewertungsmaßstab gemacht –  und die zeigen trotz der jüngsten kleinen Korrektur seit Oktober nach unten. Der Wirtschaftsboom, von dem Trump lange profitierte, gerät ins Wanken.

In dieser Situation sucht er sein Heil in der Außenpolitik. Nicht ohne taktisches Geschick – zumal sie nach innen wirken soll. Der abrupte Abzug der 2000 US-Soldaten aus Syrien ist an der kriegsmüden Wählerbasis in Iowa oder North Dakota grundsätzlich beliebt. In Washington jedoch sieht sich Trump nach dem demonstrativen Rücktritt seines Verteidigungsministers James Mattis mit dem Vorwurf konfrontiert, militärisch verantwortungslos zu dilettieren.

Den Vorwurf der Ahnungslosigkeit kontert Trump mit Bildern

Dagegen sollen die Fotos im Kreis der Kampftruppen ein Zeichen setzen. Eine außenpolitische Linie oder gar Vision aber sucht man in Trumps Rede im Irak vergeblich. Im Gegenteil: Die Ausführungen erinnern an den Kongress-Wahlkampf. Selbst in einem Bürgerkriegsland kann es dieser Präsident nicht unterlassen, die eigenen Oppositionspolitiker als vaterlandslose Gesellen darzustellen.

Trump geht es eben nicht um Syrien, den Irak oder Afghanistan. Seine plötzlichen Initiativen sind reine Ablenkungsmanöver von innenpolitischen Rückschlägen, bei denen die von Bürgerkrieg und Terror geplagten Bewohner ebenso wie die amerikanischen Soldaten zur Staffage verkommen. „Es ist eine Schande, was in unserem Land passiert. Aber davon abgesehen wünsche ich Ihnen sehr frohe Weihnachten“, hat Trump in einer Fernsehbotschaft gesagt. Ungewollt hat er damit den Nagel auf den Kopf getroffen.

Lesen Sie auch: Trump: Der enthemmte Zerstörer – ein Rückblick auf das Jahr 2018

Von Karl Doemens/RND

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