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Deutschland / Welt Dopingsündern drohen drei Jahre Haft
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Dopingsündern drohen drei Jahre Haft
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20:58 11.11.2014
Athleten, die unter Dopingverdacht stehen, müssen sich bisher nur vor den Sportgerichten ihrer jeweiligen Verbände verantworten. Da soll sich nun ändern.
Athleten, die unter Dopingverdacht stehen, müssen sich bisher nur vor den Sportgerichten ihrer jeweiligen Verbände verantworten. Da soll sich nun ändern. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Berlin

Erstmals soll jetzt nicht nur den Hintermännern, sondern auch den Sportlern selbst eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren drohen, wenn sie des Dopings überführt werden. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem geplanten Gesetz:

Was ist Doping?

Unter Doping versteht man die Einnahme von illegalen Substanzen, um als Sportler die Leistung zu steigern. Dazu zählen beispielsweise Amphetamine, Narkotika oder Anabolika. „Der illegale Handel mit Dopingmitteln hat inzwischen eine alarmierende Dimension erreicht“, heißt es in der Begründung zu dem Gesetzesentwurf, der dieser Zeitung vorliegt. Es gebe Vertriebswege und Händlerstrukturen mit enormen Gewinnspannen, die mit denen im Rauschgifthandel vergleichbar seien.

Welche Anti-Doping-Regeln gibt es bisher in Deutschland?

Wie in anderen Ländern auch, gelten in Deutschland die Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Diese sehen unter anderem vor, dass Athleten im Leistungssport jederzeit für Dopingkontrollen zur Verfügung stehen müssen. Strafrechtlich greift bisher das deutsche Arzneimittelgesetz, das sich aber nur gegen die Hintermänner des Dopings richtet und die „Verschreibung“, die „Anwendung von Dopingmitteln bei anderen“ sowie das „Inverkehrbringen“ mit einer Geldstrafe oder bis zu drei Jahren Haft sanktioniert. Athleten, die unter Dopingverdacht stehen, müssen sich bisher nur vor den Sportgerichten ihrer jeweiligen Verbände verantworten.

Welche Änderungen bringt das neue Gesetz?

Die Bundesregierung verspricht sich von einem Anti-Doping-Gesetz mehr Effizienz im Kampf gegen Doping. Das Gesetz gilt für alle Sportler aus dem In- und Ausland, die in ihrer Disziplin „erhebliche Einnahmen“ erzielen oder von der Nationalen Anti-Doping Agentur erfasst sind. In Deutschland betrifft das gegenwärtig rund 7000 Athleten. Ihnen droht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, wenn sie Dopingmittel nehmen. Freizeitsportler sind ausgenommen. Auch die Strafvorschriften gegen die Hintermänner werden jetzt genauer formuliert. So sollen auch die Herstellung, der Handel, der Verkauf, die Abgabe und der Import von Dopingmitteln nach Deutschland strafbar werden. Für den Erwerb und Besitz von Dopingmitteln ist eine Strafe von bis zu zwei Jahren Haft vorgesehen. Bis zu zehn Jahren Gefängnis sollen Tätern drohen, wenn sie die Gesundheit einer großen Zahl von Menschen gefährden.

Wie reagieren Sportfunktionäre?

Als einen „Riesenschritt in Sachen effektiver Dopingbekämpfung“ bezeichnet Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), die Pläne der Bundesregierung. Ähnlich äußert sich DFB-Team-Manager Oliver Bierhoff. Auch der ehemalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping, jetzt Präsident des Bunds Deutscher Radfahrer, begrüßt den Entwurf. Im Radsport hatte es in den vergangen Jahren einige besonders spektakuläre Dopingfälle gegeben. Sowohl der mehrfache Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong aus den USA als auch der Deutsche Jan Ullrich, der die Tour 1997 gewann, wurden des Dopings überführt.

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