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Deutschland / Welt Dresden macht mobil gegen Neonazis
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21:29 19.02.2012
Tausende Menschen demonstrierten am Wochenende in Dresden gegen Neonazis. Quelle: dpa
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Dresden

Die Polizei sprach von mehr als 6500 Beteiligten. Es dürfte bundesweit die größte Anti-Neonazi-Demonstration seit Entdeckung des Zwickauer Terrortrios Anfang November gewesen sein.

Bei einer von der Stadt initiierten Kundgebung auf dem Schlossplatz versammelten sich 1500 Menschen. Der frühere SPD-Vorsitzende, Hans-Jochen Vogel (86), forderte dabei ein NPD-Verbot. Er finde es „unerträglich, dass dem Rechtsextremismus in Gestalt der NPD eine legale Struktur zur Verfügung steht“. Welche Gefahren rechtsextremes Gedankengut berge, hätten die Mordtaten der Zwickauer Terrorzelle gezeigt, sagte Vogel. „Da darf es keinen Übergang zur Tagesordnung geben.“

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Die Kundgebung stand unter dem Motto „Mit Mut, Respekt und Toleranz - Dresden bekennt Farbe“. Unter den Teilnehmern war auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Zum Abschluss zogen die Demonstranten zur Synagoge. Der Protesttag war mit Friedensgebeten und einem öffentlichen Schabbat-Gottesdienst in der Synagoge gestartet. Vor mehreren Gotteshäusern wurden Mahnwachen gehalten. Sämtliche Veranstaltungen richteten sich ursprünglich gegen einen parallel erwarteten Großaufmarsch von Neonazis.

Dieser wurde abgesagt, offenbar weil Gegner die Aufzüge der Rechten 2010 und 2011 erfolgreich blockiert hatten. Auf dem Demonstrationszug des Bündnisses „Dresden Nazifrei“ forderten Redner ein Verbot von Nazi-Aufmärschen sowie mehr Solidarität mit den Opfern.

Marius Zippe