Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt EZB ändert für Griechenland die Spielregeln
Nachrichten Politik Deutschland / Welt EZB ändert für Griechenland die Spielregeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:49 03.05.2010
EZB setzt Rating-Bedingungen für griechische Anleihen aus. Quelle: dpa

Wie die Notenbank am Montag in Frankfurt mitteilte, akzeptiert sie ab sofort griechische Wertpapiere als Sicherheiten für geliehenes Zentralbankgeld unabhängig von der Bewertung der Anleihen durch Ratingagenturen.

Die EZB setzte die Minimalanforderungen bei Ratings für griechische Staatsanleihen in ihrem Offenmarktgeschäft mit Geschäftsbanken „bis auf weiteres“ aus. Damit knickt die Notenbank ein: EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte eine Sonderbehandlung Griechenlands lange ausgeschlossen.

Die EZB begründete diesen einmaligen Schritt mit dem am Wochenende vorgelegten Sparprogramm Athens, das sie als „angemessen“ bezeichnet. Die positive Beurteilung und die starke Verpflichtung der griechischen Regierung seien die Grundlage für die Aussetzung. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hatte Griechenland zuletzt auf Ramschstatus abgewertet.

Wegen der Vertrauenskrise unter den Kreditinstituten war die EZB von ihrer Linie abgewichen, nur Sicherheiten mit hervorragender Bonität zu akzeptieren. Das sollte ursprünglich nur bis Ende 2010 gelten. Die EZB hatte diese Regelung aber Anfang April verlängert. Andernfalls hätte die Gefahr bestanden, dass sie griechische Staatsanleihen ab 2011 nicht mehr annehmen könnte.

Derzeit gilt für alle Staatsanleihen im Euroraum eine Regelung, wonach die Papiere anstatt eines erstklassigen Ratings eine Mindestbewertung von lediglich „BBB-“ aufweisen müssen, um im Refinanzierungsgeschäft zwischen EZB und Geschäftsbanken anerkannt zu werden.

Nach der nun beschlossenen Aussetzung der Rating-Vorschriften für Griechenland bleiben Athener Staatsanleihen selbst bei weiteren Bonitätsherabstufungen von Ratingagenturen in jedem Fall refinanzierungsfähig.

dpa

Mehr zum Thema

Die Euro-Länder haben sich auf eine beispiellose Rettungsaktion für Griechenland geeinigt. Das hoch verschuldete Land soll in den kommenden drei Jahren 110 Milliarden Euro an Notkrediten erhalten, wie die Finanzminister am Sonntag bei einem Krisentreffen der Euro-Gruppe in Brüssel beschlossen.

02.05.2010

Die griechischen Gewerkschaften machen weiter mobil gegen die geplanten drastischen Sparmaßnahmen. Am Samstag wurden die Bahn und die Fähren bestreikt. Zudem behandelten die Ärzte in staatlichen Krankenhäuser nur Notfälle.

01.05.2010

Der 13. und 14. Monatsbezug für Staatsbedienstete sowie Rentner soll gestrichen werden. Diese Entscheidung zeichnete sich am Donnerstagsabend nach einem Treffen von Ministerpräsident Giorgos Papandreou mit Spitzen von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden ab. Als es am Abend bei einer Demonstration in Athen zu Ausschreitungen kam, setzte die Polizei Tränengas ein.

30.04.2010

Thailands Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva arbeitet nach eigenen Angaben an einem Versöhnungsplan, um die seit acht Wochen andauernde Konfrontation mit den oppositionellen Rothemden beizulegen.

03.05.2010

Die internationale Klimakonferenz auf dem Petersberg bei Bonn setzt heute ihre Beratungen über die Zukunft des globalen Klimaschutzes fort.

03.05.2010

Die Euro-Länder haben sich auf eine beispiellose Rettungsaktion für Griechenland geeinigt. Das hoch verschuldete Land soll in den kommenden drei Jahren 110 Milliarden Euro an Notkrediten erhalten, wie die Finanzminister am Sonntag bei einem Krisentreffen der Euro-Gruppe in Brüssel beschlossen.

02.05.2010