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Deutschland / Welt Ehemalige Heimkinder planen Klage gegen geplante Stiftung
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09:52 13.12.2010
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Der Verein ehemaliger Heimkinder hat eine Klage gegen die Ergebnisse des Runden Tisches Heimerziehung angekündigt. Die Vereinsvorsitzende Monika Tschapek-Güntner sagte am Montag im Deutschlandradio Kultur, die vom Runden Tisch empfohlene Bundesstiftung mit einem Umfang von 120 Millionen Euro sei eine „billige Abspeisung“ und „Demütigung“ der Betroffenen. Der Verein werde das Ergebnis „nicht anerkennen“, sagte sie. „Wir gehen den Klageweg.“

Der Runde Tisch Heimerziehung legt am Montag seinen Abschlussbericht vor. Nach der letzten Sitzung des Gremiums am Freitag war bekanntgeworden, dass der Bericht die Gründung einer Stiftung vorsieht.

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Bei geschätzten 30.000 Anspruchsberechtigten bekomme der Einzelne von der geplanten Stiftung 2000 bis 3000 Euro, sagte Tschapek-Güntner. Es könne nicht sein, dass Menschen, die als Kind Misshandlungen, Folter und sexuellen Missbrauch erlebt hätten, derart abgefertigt würden. „Eigentlich müssten alle, die am Runden Tisch sitzen, sich dafür schämen“, sagte sie.

Tschapek-Güntner forderte erneut eine Einmalzahlung für die Betroffenen von 50.000 Euro oder eine zusätzliche monatliche Rente in Höhe von 300 Euro. „Genau das werden wir (...) versuchen, weiterhin durchzusetzen“, sagte sie.

Der Runde Tisch Heimerziehung hatte unter der Leitung der Grünen-Politikerin Antje Vollmer seit Februar 2009 das Schicksal der rund 700.000 bis 800.000 Heimkinder in Deutschland aufgearbeitet. Mit dem geplanten Stiftungsfonds sollen Heimkinder entschädigt werden, die von 1949 bis 1975 Opfer körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt wurden.

afp

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