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Deutschland / Welt Elf Menschen sterben bei Selbstmordanschlag in Pakistan
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17:01 14.11.2009
Unter den Toten soll auch ein Polizist sein. Quelle: afp
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Mehr als 20 weitere wurden verletzten, berichteten die örtliche Behörden. Der Attentäter habe sich in der Nähe eines Polizeipostens in einem mit Sprengstoff beladenen Auto in die Luft gesprengt. Unter den Toten sei mindestens ein Polizist. Nach Angaben der Behörden brachte der Attentäter seinen mit Sprengstoff beladenen Wagen an einem Kontrollposten der Polizei zur Explosion. Zu dem Anschlag bekannte sich die pakistanische Taliban-Organisation Tehreek-e-Taliban (TTP).

Unter den Todesopfern waren nach Angaben eines Sprechers der örtlichen Behörden drei Frauen und drei Kinder. Fernsehbilder zeigten mehrere Autowracks sowie eine große Rauchwolke über dem Stadtviertel Pushta Khara. Ein Zeuge beobachtete, wie sich der Attentäter und ein Polizist an dem Kontrollposten stritten. Ein weiterer Zeuge beschrieb den Täter als einen 20 Jahre alten Mann, der ihm wegen seiner ungewöhnlichen Körperform aufgefallen sei. Der Anschlag war der zweite in Peshawar binnen zwei Tagen. Bei einem Selbstmordanschlag auf die Geheimdienstzentrale waren am Freitag 17 Menschen ums Leben gekommen; 39 wurden verletzt. Zu beiden Taten bekannte sich die TTP.

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Peshawar ist die Hauptstadt der Nordwestprovinz und liegt in unmittelbarer Nähe der an Afghanistan grenzenden Stammesgebiete, der Hochburg der pakistanischen Taliban und ihrer El-Kaida-Verbündeten. Dort führt die pakistanische Armee seit Mitte Oktober eine Großoffensive gegen die Aufständischen, die das Land seit gut zwei Jahren mit einer Anschlagsserie überziehen.

Die pakistanische Armee berichtete unterdessen, dass bei zwei Gefechten im Grenzgebiet zu Afghanistan sieben Rebellen und vier Soldaten ums Leben gekommen sind. Bei gezielten Angriffen im Stammesgebiet Orakzai, das sich zunehmend zum Rückzugsgebiet der Taliban entwickle, seien mindestens 20 Aufständische getötet worden.

Seit Beginn einer Armeeoffensive gegen die Taliban im Grenzgebiet zu Afghanistan vor knapp einem Monat sind Peshawar und andere Orte in der Region immer wieder Ziel von tödlichen Anschlägen geworden. Erst am Freitag waren bei Selbstmordanschlägen auf Büros des Geheimdienstes und der Polizei mindestens 19 Menschen getötet worden, darunter die beiden Attentäter. Am vergangenen Dienstag starben bei einem Selbstmordanschlag auf einem Markt rund 30 Kilometer von Peshawar entfernt 32 Menschen. Bei Gefechten im Zuge der Offensive im Stammesgebiet Süd-Waziristan wurden nach Militärangaben bisher 535 Aufständische und 63 Soldaten getötet.

afp

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