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Deutschland / Welt Warum Frauen 77 Tage im Jahr umsonst arbeiten
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16:00 18.03.2019
Berufspaare zeigen bei einer Fotoaktion anlässlich einer Kundgebung zum „Equal Pay Day" in Berlin die Lohnunterschiede. Quelle: Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Kommentar

Den Unterschied dramatisch zu nennen, ist eine Untertreibung: 21 Prozent. Dennoch bleibt der statistische Abstand zwischen Männern und Frauen bei der Bezahlung ihrer Arbeit eine nüchterne Zahl. Anders sieht es aus, wenn sie bedeutet, dass Frauen in Deutschland im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen am Schreibtisch oder am Band bis zum 18. März quasi umsonst gearbeitet haben. 77 Tage!

Gut, dass Frauen diese Zustände schon länger nicht mehr hinnehmen und dagegen auf die Straße gehen. Gut auch, dass immer mehr Männer sie dabei unterstützen. Denn Frauen leisten in ihren Jobs so viel wie Männer. Die Unterschiede bei Gehältern oder Löhnen stammen noch aus Zeiten, die viele betroffene Frauen gar nicht mehr kennen. Zeiten, die viele wegen ihrer Rollenbilder milde belächeln.

Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit

Die Entwicklung der Bezahlung von Frauen ist dennoch weit hinter der Modernisierung der Gesellschaft zurückgeblieben. Sie arbeiten häufiger in Teilzeit oder in Jobs, für die sie eigentlich überqualifiziert sind. Die großen Fortschritte bei der Ausbildung von Frauen in den letzten Jahrzehnten bleiben somit für sie fast wirkungslos. Dies spiegelt sich auch im Frauenanteil in Vorständen oder Aufsichtsräten wider.

Dies wirft die Frage auf, warum die Politik bei der Gleichberechtigung eher Getriebene als Treiberin ist. Zu recht beklagen etwa die Gewerkschaften, dass die gesetzliche Entgelt-Transparenz praktisch erst für Unternehmen ab 200 Mitarbeitern gilt. Warum eigentlich, wenn sie ernst gemeint ist? Unverständlich bleibt auch – allen Lippenbekenntnissen zum Trotz –, dass es in sozialen Berufen, die meist von Frauen ausgeübt werden, an Flächentarifen mangelt.

Die Lohnlücke muss sich schneller schließen. Doch sie ist nur eine Facette der Benachteiligung von Frauen im Alltag. Umso wichtiger ist, dass sie dagegen aufstehen.

Von Thoralf Cleven/RND

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