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Erdogan: Kurden sollen sich von gesamter Grenze zurückziehen

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15:01 18.10.2019
Türkische Soldaten stehen nahe der türkisch-syrischen Grenze auf Panzern. Quelle: Emrah Gurel/AP/dpa
Istanbul

Die Türkei erwartet nach Angaben von Präsident Recep Tayyip Erdogan den Rückzug der kurdischen Kämpfer entlang der kompletten syrisch-türkischen Grenze. Das bestätigte Erdogan mit Blick auf das Abkommen zur Waffenruhe im Nordsyrien-Konflikt am Freitag nach einem Moscheebesuch in Istanbul.

Er sprach von einem 32 Kilometer breiten und 444 Kilometer langen Gebiet. Das entspricht der sogenannten Sicherheitszone, die die Türkei sich seit langem wünscht und die sie mit ihrer Offensive gegen Kurdenmilizen hatte erreichen wollen. Aus türkischer Sicht beginnt sie am Euphrat-Fluss und erstreckt sich gen Osten bis an die irakische Grenze.

Erdogan sagte: "Bei den gestrigen Gesprächen haben wir uns darauf geeinigt, dass innerhalb dieser 120 Stunden (fünf Tage) diese Region evakuiert werden soll."

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Kurden interpretieren das Abkommen anders

Damit könnte das am Vorabend zwischen Erdogan und einer hochrangigen US-Delegation ausgearbeitete Abkommen zur Deeskalierung des Konflikts zwischen der Türkei und der Kurdenmiliz YPG einen fundamentalen Webfehler enthalten. Denn aus Sicht der Kurdenkämpfer gilt die Vereinbarung nur für das Gebiet zwischen den syrischen Städten Ras al-Ain und Tall Abjad. Das wäre nur ein Teil der sogenannten Sicherheitszone, die der Türkei vorschwebt.

Die Türkei hatte den Feldzug gegen die Kurdenmiliz YPG zusammen mit verbündeten arabisch-syrischen Milizen am 9. Oktober begonnen. Die Türkei sieht in der YPG eine Terrororganisation. Für die USA waren die Kämpfer allerdings lange enge Verbündete im Kampf gegen die Terrormiliz IS. Die am Donnerstag vereinbarte Feuerpause soll den syrischen Kurdenmilizen Gelegenheit geben, sich zurückzuziehen. Der Türkei wurde die Kontrolle über die "Zone" zugesichert.

In dem Abkommen, das auf eine Din-A-4-Seite passt, war aber nicht eindeutig spezifiziert worden, aus welcher Gegend die Kurdenmilizen sich zurückziehen sollen. Trotz der vereinbarten Waffenruhe sollen am Freitag elf Menschen durch türkische Luftangriffe auf die nordsyrische Stadt Ras al-Ain getötet worden sein.

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