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Deutschland / Welt Erklärung Guttenbergs zu Plagiatsvorwürfen wird erwartet
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11:19 18.02.2011
Plagiatsvorwürfe: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg war am Donnerstagabend im Kanzleramt, um mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über das weitere Vorgehen zu beraten.
Plagiatsvorwürfe: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg war am Donnerstagabend im Kanzleramt, um mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über das weitere Vorgehen zu beraten. Quelle: dpa (Archiv)
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Angesichts der Debatte über Schummeleien in seiner Doktorarbeit will Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg an diesem Freitag voraussichtlich eine Erklärung abgeben. Der 39 Jahre alte CSU-Politiker war am Donnerstagabend im Kanzleramt gewesen, um mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen zu beraten. ZDF und ARD berichteten, Merkel habe Erklärungen von dem Minister verlangt. Das Verteidigungsministerium wollte am Morgen auf Anfrage zunächst nicht die Erwartung bestätigen, dass Guttenberg noch am Freitag eine Erklärung abgeben wird. Dem Vernehmen nach will sich Guttenberg nicht entschuldigen, aber Fehler einräumen.

Merkel bekundete hingegen „volles Vertrauen“ in ihren Verteidigungsminister. Das sei ein Ergebnis des Gesprächs der beiden am späten Donnerstagabend, verlautete am Freitag in Berlin. Unklar blieb zunächst, ob Merkel Guttenberg zu einer Entschuldigung dafür gedrängt hat, dass er für seine Doktorarbeit offenbar Texte andere Autoren ohne Kennzeichnung verwendet hatte. Im schlimmsten Fall kann dafür der Doktortitel aberkannt werden. Für die Opposition wäre das ein Rücktrittsgrund.

Plagiatsjäger listen im Internet mehr als 80 Textstellen auf, die Guttenberg abgekupfert haben soll, ohne korrekt darauf hinzuweisen. Unionspolitiker nahmen ihn in Schutz.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nahm Guttenberg in Schutz. „Ihm zu unterstellen, dass er die ganze Doktorarbeit abgeschrieben haben soll, (...) wird dem Charakter dieser Arbeit überhaupt nicht gerecht“, sagte er am Freitag im Deutschlandfunk. „Jedem passiert auch mal vielleicht ein Fehler.“ Er empfahl aber, so rasch wie möglich Klarheit zu schaffen. Auf die Frage, ob Guttenberg wegen dieser Affäre zurücktreten müsse, sagte Schäuble: „Wir müssen zunächst einmal warten (...) und den Sachverhalt aufklären.“

Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) forderte in der „Rheinischen Post“ Geduld bei der Prüfung der Vorwürfe. „Ich finde, auch Minister haben den Anspruch, nicht vorverurteilt zu werden.“ Der Parlamentarische Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt (CSU) sagte im „Hamburger Abendblatt“: „Wenn die bisherigen Fußnoten nicht ausreichen, muss es eine zweite, verbesserte Auflage geben.“ CDU-Präsidiumsmitglied Philipp Mißfelder sagte im Deutschlandfunk: „Ich glaube, hier sind offenbar Fehler passiert.“ Dies könne er aber nicht abschließend beurteilen.

Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz legte dem Minister im „Kölner Stadt-Anzeiger“ den Rücktritt nahe für den Fall, dass ihm der Doktortitel aberkannt wird. „Mit diesem Makel kann man nicht mehr Minister sein.“

Die Universität Bayreuth hatte ihm am Donnerstag eine Frist von zwei Wochen gesetzt, um Stellung zu nehmen zu den Vorwürfen. Guttenberg hatte am Mittwoch Fehler nicht ausgeschlossen.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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