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Deutschland / Welt Ermittlung gegen Berlusconi jetzt auch wegen Prostitution
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Ermittlung gegen Berlusconi jetzt auch wegen Prostitution
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16:02 14.01.2011
Hat Ärger mit der Justiz: Silvio Berlusconi.
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Gegen den italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi wird jetzt auch wegen eines Prostitutionsdelikts mit einer Minderjährigen und Amtsmissbrauchs ermittelt. Das teilten die Justizbehörden in Mailand am Freitag mit. Die neue juristische Verwicklung Berlusconis wurde am Tag nach dem Urteil des Verfassungsgerichts bekannt, das seinen Schutz vor drei laufenden Verfahren wegen Korruption und Steuervergehen in einem Kernpunkt für verfassungswidrig erklärte.

In dem neuen Fall geht es um das damals 17-jährige Mädchen Ruby, das Berlusconi im vergangenen Jahr persönlich vor dem Gefängnis bewahrt haben soll. Der 74-Jährige hat nach bisherigen Erkenntnissen selbst keinen Sex mit ihr gehabt, doch wird gegen Freunde von ihm in diesem Zusammenhang wegen Beihilfe zur Prostitution ermittelt. Wie es hieß, war die junge Go-Go-Tänzerin mit anderen jungen Frauen zu Partys in Berlusconis Villa Arcore geladen.

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Die ermittelnden Staatsanwälte wollen Berlusconi in Mailand nun zu dem Vorwurf hören, er habe die „sexuelle Natur“ einiger Aktivitäten auf diesen Partys zu verschleiern versucht. In Mailand waren nach den Berichten am Freitag Durchsuchungen bei einer Regionalberaterin im Gange, die zusammen mit Berlusconi und dessen Freunden Lele Mora und Emilio Fede in den Fall verwickelt sein soll.

Berlusconis Anwälte werteten die Ermittlungen als absurd und unbegründet. „In der Tat ist das eine sehr ernste Einmischung in das Privatleben des Regierungschefs, einzigartig in der Justizgeschichte des Landes“, erklärten die Anwälte Piero Longo und Niccolo Ghedini.

Die Mailänder Staatsanwaltschaft ermittelt im „Fall Ruby“. Die heute 18-jährige Marokkanerin war wegen Diebstahls festgenommen worden. Angeblich soll Berlusconi bei seinem direkten Bemühen um ihre Freilassung gesagt haben, es handele sich bei dem Mädchen um eine Nichte des ägyptischen Staatschefs Husni Mubarak.

dpa