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Deutschland / Welt Ex-Flick-Manager von Brauchitsch und seine Frau wählten Freitod
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14:56 11.09.2010
Eberhard von Brauchitsch hat sich gemeinsam mit  seiner Frau Helga das Leben genommen.
Eberhard von Brauchitsch hat sich gemeinsam mit seiner Frau Helga das Leben genommen. Quelle: dpa
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Ihre Tochter, Bettina von Brauchitsch, bestätigte dem Magazin „Focus“ den Freitod ihrer Eltern. „Mit fortschreitender Verschlechterung ihres gesundheitlichen Zustandes haben meine Eltern diesen Schritt in Erwägung gezogen und dann zum für sie geeigneten Zeitpunkt diesen Schritt getan“, sagte Bettina von Brauchitsch dem Magazin. „Aufgrund ihrer schweren Krankheit wären sie zu dem von ihnen gefassten Entschluss später nicht mehr in der Lage gewesen.“

Ihre Mutter habe an stark fortgeschrittenem Parkinson gelitten, ihr Vater an einem Emphysem, einer Überblähung der Lunge, sagte die Tochter weiter. „Meine Eltern kannten sich 70 Jahre, sie waren fast 60 Jahre verheiratet, haben ihren Lebensweg mit allen Höhen und Tiefen gemeinsam verlebt und somit für sich entschieden, auch den letzten Weg gemeinsam zu gehen.“ Das Ehepaar war laut „Focus“ am Dienstag vergangener Woche im Alter von 83 Jahren in Zürich gestorben. Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung sollen die beiden in Berlin beigesetzt werden, wohin sie bereits überführt worden seien.

Brauchitsch zählte zu den einflussreichsten Industriellen der Bundesrepublik. Er galt aber vor allem als eine der Schlüsselfiguren in der Flick-Parteispendenaffäre, die in den 80er Jahren das Land erschütterte. Damals wurden verdeckte Geschenke und Spenden an Politiker und Parteien bekannt. Es bestand der Verdacht, dass die Zuwendungen im Zusammenhang mit Steuerbegünstigungen standen. Wegen der Affäre trat auch der damalige Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff (FDP) zurück. Brauchitsch wurde später wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe und einer Geldbuße verurteilt. Vom Anklagepunkt der Bestechung wurde er freigesprochen. Ihm wird auch die noch heute im Zusammenhang mit der Affäre bekannte Aussage von der „Pflege der Bonner Landschaft“ zugeschrieben.

Der Ex-Manager nahm auch zahlreiche weitere Positionen in der deutschen Wirtschaft ein. Nach seiner Zeit beim Flick-Konzern arbeitete er unter anderem als Unternehmensberater. Nach der Wiedervereinigung wurde er Aufsichtsratsvorsitzender des ostdeutschen Chemie-Konzerns Buna. Brauchitsch und seine Frau hinterlassen drei Töchter und einen Sohn.

afp