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Deutschland / Welt Exil-Iraker geben ihre Stimmen ab
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17:11 05.03.2010
Zwei Tage vor der Wahl im Irak: Exil-Iraker wählen in der iranischen Hauptstadt Teheran.
Zwei Tage vor der Wahl im Irak: Exil-Iraker wählen in der iranischen Hauptstadt Teheran. Quelle: dpa
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Die Kommission in Bagdad appellierte an alle Iraker, ihre Registrierung in den jeweils zuständigen Wahllokalen zu überprüfen. „Gehen Sie mindestens einen Tag früher dorthin, um zu schauen, wie die Wahlzettel aussehen und festzustellen, dass Ihre Namen dort vorhanden sind“, hieß es in einer Botschaft, die von den lokalen Medien verbreitet wurden.
Unvollständige Wählerlisten hatten am Donnerstag vielfach für Aufregung gesorgt. Am Sonderwahltag waren Sicherheitskräfte, Gefängnisinsassen und Krankenhauspatienten vorzeitig zur Stimmabgabe aufgerufen.

Am Freitagmorgen begann die Stimmabgabe der Exil-Iraker in 16 Staaten rund um den Erdball. Die größten Exil-Gemeinden gibt es in Syrien und in Jordanien. Irakische Wahlzentren gibt es unter anderem auch in Deutschland, der Türkei, Australien und dem Iran. Insgesamt sind rund 18,9 Millionen Iraker wahlberechtigt. Nach offiziellen Angaben treten insgesamt 6292 Kandidaten an, darunter 1813 Frauen. Sie bewerben sich um 325 Abgeordnetenmandate.

Die Wahllokale werden am Sonntag um 08.00 Uhr Ortszeit (0600 MEZ) öffnen und um 17.00 Uhr (1500 MEZ) schließen. Um Terrorattacken zu verhindern, hat die Regierung ein Fahrverbot verhängt. Das Wahlergebnis wird erst in zwei Wochen erwartet. Bei der Provinzratswahl im vergangenen Jahr hatte die Koalition für den Rechtsstaat von Ministerpräsident Nuri al-Maliki die meisten Stimmen errungen.

Al-Maliki sorgte kurz vor dem Urnengang für Aufruhr, weil er am Donnerstag in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNN erstmals deutlich sagte, er schließe eine Verlängerung des US-Militäreinsatzes im Irak nicht aus. Auf die Frage, ob er bereit wäre, die amerikanischen Soldaten länger im Land zu belassen als bislang vorgesehen, antwortete er: „Auf jeden Fall.“ Sollten die irakischen Sicherheitskräfte bis Ende 2011 nicht voll einsatzfähig seien, könnte dies notwendig werden.

Laut einer Vereinbarung zwischen Washington und Bagdad soll die Zahl der im Irak stationierten US-Soldaten von derzeit rund 95 000 bis zum August dieses Jahres auf 50 000 Mann sinken. Bis Ende 2011 sollen alle Einheiten das Zweistromland verlassen haben.

In der nördlichen Stadt Kirkuk schossen Unbekannte am Freitag auf einen Konvoi des kurdischen Parlamentariers Sirwan Kakai. Der Abgeordnete wurde jedoch laut einem Bericht der Agentur Al-Yaqen nicht getroffen.

dpa