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Deutschland / Welt Experten zweifeln an raschem Truppen-Abzug in Afghanistan
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Experten zweifeln an raschem Truppen-Abzug in Afghanistan
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19:03 26.06.2010
Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF in Afghanistan. Quelle: afp
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Zu dem von US-Präsident Barack Obama angepeilten Termin Juli 2011 werde es wahrscheinlich keinen größeren Rückzug aus Afghanistan geben, sagte Obamas ehemaliger Afghanistan-Berater Bruce Riedel dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ (Montag).

Riedel beruft sich auf Aussagen von McChrystals Nachfolger General David Petraeus vor einem Ausschuss des US-Senats Mitte Juni, nach denen das geplante Abzugsdatum abhängig von den Bedingungen im Felde sei. Auch Kommentatoren in den US-Medien zweifeln, dass der Termin nach Verzögerungen in dem Anti-Terror-Krieg noch zu halten ist. So musste eine geplante wichtige Militäroffensive gegen die radikal-islamischen Taliban in Kandahar zuletzt vorschoben werden.

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Nach der Ablösung von General McChrystal wegen seiner abfälligen Äußerungen über US-Regierungsmitglieder hatte Obama erklärt, dass die Afghanistan-Strategie und der Abzugstermin nach dem Personalwechsel unverändert blieben. Später konkretisierte der Präsident, dass der Juli 2011 den Beginn einer Übergangsphase markiere. Es sei niemals gesagt geworden, dass „wir dann das Licht ausmachen und die Tür hinter uns schließen“.

Erstmals äußerte sich auch der britische Premierminister David Cameron zu einem Fahrplan für den Truppenabzug. Er wolle seine 10 000 Soldaten bis 2015 nach Hause holen, sagte er Medienberichten zufolge beim G8-Gipfel in Toronto. „Wir können da nicht noch fünf weitere Jahre bleiben.“

Unterdessen reiste Generalstabschef Mike Mullen am Samstag erstmals seit dem McChrystal-Skandal nach Afghanistan. Der Admiral wollte mit NATO-Offiziellen und dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai über den Führungswechsel an der Truppenspitze sprechen. Auch Mullen hatte zuletzt eindeutig betont, an der Strategie und dem Ressourceneinsatz im Anti-Terror-Kampf nichts ändern zu wollen.

dpa