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Deutschland / Welt Feministische Forscherin lehnt gendergerechte Formulierungen der Stadt Hannover ab
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Feministische Forscherin lehnt gendergerechte Formulierungen der Stadt Hannover ab
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17:37 24.01.2019
Ein Ausschnitt aus dem Flyer „Empfehlungen für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache“ der Stadt Hannover Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Der Vorstoß der Stadt Hannover für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache stößt bei einer feministischen Sprachwissenschaftlerin auf Kritik. „Ich bedaure die Einführung des Gendersterns durch meine Heimatstadt Hannover“, sagte Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. „Die Frauen finden sich als Anhängsel wieder, wie zu Anfang der feministischen Sprachkritik.“

Die Stadt Hannover hatte mit einer neuen Empfehlung für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache öffentlich eine breite Debatte losgetreten. Wenn möglich, sollen Formulierungen wie „Redepult“ statt „Rednerpult“ oder „Teilnahmeliste“ statt „Teilnehmerliste“ verwendet werden, heißt es in der neuen Broschüre. Gibt es keine Alternative, wird der Genderstern empfohlen - zum Beispiel der*die Ingenieur*in.

Sprachwissenschaftlicherin Pusch: Generisches Femininum als Lösung

Pusch, die als eine der Begründerinnen der feministischen Linguistik in Deutschland gilt, sagte: „Ich bin nach wie vor für das Binnen-I, das der von mir bevorzugten Lösung, dem generischen Femininum, noch am nächsten kommt.“ Die Uni Leipzig benutze in ihrer Grundordnung seit einigen Jahren das generische Femininum, also generell die weibliche Form („Teilnehmerinnenliste“) statt der männlichen („Teilnehmerliste“). Der Protest dagegen sei bundesweit lautstark gewesen, sagte Pusch.

Die Form werde sich allerdings nur schwer durchsetzen lassen, weil viele Frauen ihren Männern nicht zumuten wollten, was Frauen routinemäßig zugemutet werde, sagte die Linguistin: „Nämlich, sich in der falschen Genderschublade wiederzufinden.“

Von RND/HAZ

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