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Deutschland / Welt Flughafenchef bringt Kontrollen nach Risikogruppen ins Gespräch
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Flughafenchef bringt Kontrollen nach Risikogruppen ins Gespräch
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14:17 28.12.2010
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Angesichts der Terrorgefahr in Deutschland ist eine Debatte über die Kontrolle von Flugpassagieren entbrannt. Der designierte Präsident des Deutschen Flughafenverbandes (ADV) regte an, über das sogenannte Profiling nachzudenken. Dabei werden die Passagiere in Risikogruppen unterteilt und unterschiedlich scharf kontrolliert. „Auf diese Weise können die Kontrollsysteme zum Wohle aller Beteiligten effektiver eingesetzt werden“, sagte Christoph Blume der „Rheinischen Post“ (Dienstag). Dafür erntete er allerdings breiten Widerspruch.

Das Bundesinnenministerium reagierte sehr zurückhaltend. „Wir sind gut aufgestellt an den Flughäfen“, sagte Sprecher Stefan Paris. Es werde nahezu ständig überprüft, wie die Kontrollen verbessert werden könnten. An den Flughäfen seien sehr gute Beamte eingesetzt. „Wir sind nicht blind.“

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Die Gewerkschaft der Polizei lehnte das „Profiling“, wie es vor allem in Israel angewandt wird, ab. „Solche Vorschläge klingen zu sehr nach dem Wunsch der Zeitersparnis. Aber lieber eine halbe Stunde in der Warteschlange als ein Leben lang tot“, sagte GdP-Chef Bernhard Witthaut am Dienstag in Berlin.

Witthaut forderte stattdessen, die Fluggastkontrollen zu entprivatisieren. „Es ist ein Widerspruch, das sogenannte Profiling und damit rein polizeiliche Fähigkeiten einzufordern und andererseits die Fluggastkontrollen oft gering bezahlten Kräften privater Firmen zu überlassen“, sagte der GdP-Chef.

Auch die Linke reagierte ablehnend. „Eine unterschiedliche Kontrolle von Flugpassagieren nach Risikogruppen verstößt gegen das Diskriminierungsverbot des Grundgesetzes. Zudem leistet es rassistischen und moslemfeindlichen Vorurteilen Vorschub“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Fraktion im Bundestag, Ulla Jelpke.

adp/dpa