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Deutschland / Welt Frachter für Atommülltransport nach Grohnde angeblich ausgelaufen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Frachter für Atommülltransport nach Grohnde angeblich ausgelaufen
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18:43 04.11.2009
Das Schiff „Atlantic Osprey“ soll auf dem Weg nach Grohnde sein. Quelle: Nancy Heusel (Archiv)
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Die „Atlantic Osprey“ habe in der Nacht zum Dienstag den britischen Hafen Workington in der Nähe der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield verlassen, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Jugendumweltnetzwerks am Mittwoch.

Der Betreiber des AKW Grohnde, die E.ON Kernkraft GmbH, erklärte auf ddp-Anfrage, die für das AKW Grohnde bestimmten Brennelemente seien „noch nicht unterwegs“. Nähere Auskünfte wollte der Konzern nicht geben.

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Das früher als Fahrzeugfähre eingesetzte Schiff nehme Kurs auf den schwedischen Hafen Studsvik, sagte ein Sprecher der Umweltschützer. Es könne sich dabei aber um eine Finte handeln. Das Netzwerk schließe nicht aus, dass die „Atlantic Osprey“ Ende dieser Woche „in der deutschen Bucht auftaucht“.

Ursprünglich sollten die Brennelemente von der „Atlantic Osprey“ nach Cuxhaven gebracht und dort auf Lastwagen umgeladen werden. Der Cuxhavener Hafenbetreiber und später auch der Bremer Senat lehnten die Abwicklung des Transportes über ihre Hafenanlagen jedoch ab. Nach Angaben des Jugendumweltnetzwerks könnte der Umschlag nun über die Häfen Nordenham oder Emden erfolgen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat nach eigenen Angaben keinen Einfluss auf die Transportstrecke. Route und Zeitpunkt würden zwischen dem vom Energieversorger beauftragten Transporteur und der Landespolizei abgestimmt. Während die Polizei die Sicherung des Transports zu gewährleisten habe, prüfe das Bundesamt, ob alle Genehmigungsvoraussetzungen zur Gewährleistung der Sicherheit der Bevölkerung gegen radioaktive Strahlung vorlägen.

Transporteur der Brennelemente ist die Firma Nuclear + Service GmbH mit Sitz in Hanau. Verantwortliche waren an diesem Mittwochnachmittag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

ddp