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Deutschland / Welt Frauen profitieren von anonymer Bewerbung
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21:54 17.04.2012
Quelle: dpa
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Hannover

 Auch Migranten profitieren von dem Verfahren, das auf die Angabe des Namens, Alters und Geschlechts sowie auf ein Foto verzichtet. Das ergab eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), die in Berlin vorgestellt wurde. Eineinhalb Jahre lang hatten fünf Unternehmen und drei öffentliche Arbeitgeber das anonymisierte Bewerbungsverfahren getestet, unter ihnen die Deutsche Post und L’Oréal sowie das Bundesfamilienministerium und die Stadtverwaltung Celle.

Mit dem anonymisierten Bewerbungsverfahren kann – so das Fazit des im November 2010 gestarteten Pilotprojekts – mehr Chancengleichheit bei der Personalauswahl verwirklicht werden. In dem Bericht kommen die Autoren vom Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit und der Viadrina-Universität Frankfurt an der Oder zu dem Schluss, dass besonders Frauen mit Kindern und junge Frauen im gebärfähigen Alter sowie Menschen mit Migrationshintergrund von dem anonymen Verfahren profitieren. „Schon ein türkisch klingender Name kann auf einen Personalleiter abschreckend wirken“, sagt ADS-Leiterin Christine Lüders, die das Projekt initiiert hat. „Bei anonymisierten Bewerbungen liegt der Fokus allein auf der Qualifikation, persönliche Angaben tun nichts zur Sache.“ 246 Menschen haben mit dem anonymen Verfahren deutschlandweit eine neue Stelle gefunden, insgesamt wurden 8550 Bewerbungen anonymisiert eingesehen.

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Herkunft, Familienstand, Name, Geschlecht, Alter, Adresse und Jahreszahlen im Lebenslauf sowie Fotos tauchen auf den standardisierten Bewerbungsformularen nicht auf. Lediglich Angaben zur Motivation und Qualifikation werden abgefragt. Erst nach der Entscheidung, ob ein Bewerber zu einem Gespräch geladen wird, dürfen Chefs die persönlichen Angaben und Zeugnisse einsehen. „Dann haben die Bewerber bereits die entscheidende Hürde überwunden“, sagt Lüders. „Wenn die Kandidaten zum Gespräch eingeladen werden, können sie persönlich überzeugen und dabei so manches Vorurteil entkräften.“

Auch Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) zieht nach Abschluss des Pilotprojekts ein positives Fazit. Die Stadtverwaltung Celle hat 30 Stellen mit dem anonymisierten Bewerbungsverfahren neu besetzt, über 1000 Bewerbungen wurden eingesehen. „Diskriminierung geschieht häufig unbewusst“, sagt Mende. „Jeder hat Klischees im Kopf, aber kaum jemand gesteht das ein.“ Für Mende steht nach der Beendigung der Projektphase fest, dass es leichter ist, qualifizierte Mitarbeiter auszumachen, wenn man sich nicht durch persönliche Angaben ablenken lässt. Er will weiter mit den Bewerbungen ohne Fotos und Name arbeiten.

Nach Abschluss des Modellprojekts ist die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle optimistisch, dass sich noch mehr Unternehmen und öffentliche Arbeitgeber für das anonymisierte Bewerbungsverfahren entscheiden. Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg planen bereits ähnliche Projekte: „Wir haben schon jetzt viele Multiplikatoren“, sagt Lüders. Pläne, das Verfahren in Gesetzesform zu gießen, gibt es der ADS-Leiterin zufolge nicht.

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