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Deutschland / Welt Frühere philippinische Präsidentin Aquino gestorben
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07:28 01.08.2009
Die Demokratie-Vorkämpferin Corazon Aquino im August 1985. Quelle: afp (Archivbild)
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Seine seit über einem Jahr an Darmkrebs leidende Mutter sei an Herz- und Lungenstillstand gestorben, teilte Aquinos Sohn, Benigno Aquino Junior, am Samstag (Ortszeit) in Manila mit. Die Regierung verkündete nach Angaben eines Präsidentensprechers eine einwöchige Staatstrauer.

Im Namen seiner Mutter dankte Aquinos Sohn für die „Gebete, die anhaltende Liebe und Unterstützung“. „Ihr Wunsch an uns alle war es, dass wir füreinander und für das Land beten“, sagte Senator Aquino Junior vor dem Makati Medical Centre in der philippinischen Hauptstadt. Corazon Aquino sei in Gegenwart ihrer engsten Familienangehörigen gestorben, teilte ein Freund der Familie mit. Nach Angaben des Präsidentensprechers soll die ehemalige Präsidentin in einem Staatsbegräbnis beigesetzt werden.

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Corazon Aquino war in den 80er Jahren eher widerstrebend von der Hausfrau zur Staatschefin geworden. Sie war mit dem oppositionellen Senator Benigno Aquino verheiratet, der 1983 nach seiner Rückkehr aus dem Exil am Flughafen von Manila erschossen wurde. Sie führte eine Bürgerbewegung an, die den 20 Jahre herrschenden Diktator Ferdinand Marcos stürzte, und wurde 1986 Präsidentin der Philippinen. Sie stellte die Demokratie in dem südostasiatischen Land wieder her und ließ die Verfassung neu ausarbeiten. Ihre Präsidentschaft bis 1992 wurde von mehreren blutigen Putschversuchen überschattet.

Erst nach der Krebsdiagnose im März 2008 zog sie sich aus dem öffentlichen Leben zurück. Bis dahin beteiligte sie sich an Straßenprotesten gegen die Korruption in der Regierung. Vor gut einem Monat war sie wegen Appetitlosigkeit und starken Gewichtsverlustes ins Krankenhaus eingeliefert worden. Laut einer Sprecherin der Familie lehnte sie zuletzt jede medizinische Behandlung und eine Chemotherapie ab. Vor wenigen Tagen erst hatte ihr Sohn erklärt, der Krebs habe nun auch die Leber seiner Mutter befallen.

afp