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Deutschland / Welt Gauck will mehr Hilfe für Flüchtlinge
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00:15 26.12.2013
„Machen wir unser Herz nicht eng“: Joachim Gauck. Quelle: dpa
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Berlin

Gauck erinnert die Menschen in seiner Weihnachtsansprache, die am Dienstag und Mittwoch im Rundfunk und im Fernsehen ausgestrahlt wird, daran, dass auch Maria und Josef „nach der Geburt des besonderen Kindes“ alsbald auf der Flucht gewesen seien – vor dem Despoten Herodes.

„Machen wir unser Herz nicht eng mit der Feststellung, dass wir nicht jeden, der kommt, in unserem Land aufnehmen können“, ermahnt der Bundespräsident seine Landsleute. Er wisse, „dass dieser Satz sehr, sehr richtig ist“. Aber zur Wahrheit gehöre auch, bei einer Antwort die Bilder der Verletzten und Verjagten mit einzubeziehen.

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„Tun wir wirklich schon alles, was wir tun könnten?“, fragt der Bundespräsident. Auch unsere eigenen Vorfahren hätten Flucht und Vertreibung erfahren. „Im 19. Jahrhundert sind sie zu Millionen in die Neue Welt ausgewandert, und nach dem Zweiten Weltkrieg mussten Flüchtlinge und Vertriebene sich eine neue Heimat suchen.“

Zu Weihnachten mahnen auch die evangelischen Kirchen eine humanere Flüchtlingspolitik an. „Die Not schreit zum Himmel“, erklärte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider. Europa drohe seine Seele zu verlieren, sagte Schneider mit Blick auf die zwei Schiffsunglücke vor der Insel Lampedusa Anfang Oktober mit rund 400 ertrunkenen Migranten. Man dürfe dieser Situation nicht länger tatenlos zusehen.

Hannovers Landesbischof Ralf Meister bezeichnete die Tatsache, dass weltweit 45 Millionen Menschen auf der Flucht sind, als Anfrage an die Weihnachtsbotschaft und an das christliche Gewissen. Zwar könne Deutschland nicht alle Flüchtlinge aufnehmen, sagte Meister der HAZ. „Aber wir müssen überlegen, wie wir ganz praktisch helfen können, etwa durch Spenden, durch internationale Organisationen vor Ort, durch Kirchengemeinden, die Wohnungen für Flüchtlinge suchen.“ Die Zustände auf Lampedusa seien auch ein Ergebnis der Harmonisierung des europäischen Asylrechts, der abgeschotteten Grenzen, betonte der Landesbischof.

Die EU-Kommission stockte derweil ihre Syrien-Hilfe auf. Weitere 30 Millionen Euro sollen an die Bevölkerung sowie an Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland gehen, wie die Brüsseler Behörde am Montag mitteilte. Seit Ausbruch der Kämpfe hat die EU-Kommission nach eigenen Angaben bisher 960 Millionen Euro an Hilfe bereitgestellt. Das neue Programm soll vor allem Kindern helfen.

Reinhard Urschel / Michael B. Berger

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