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Deutschland / Welt Gespaltene AfD: Diese Strömungen gibt es innerhalb der Partei
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Gespaltene AfD: Diese Strömungen gibt es innerhalb der Partei
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19:30 15.01.2019
Zentrale Figur im rechtsnationalen „Flügel“: Der Thüringer Partei- und Fraktionschef der AfD, Björn Höcke. Quelle: dpa
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Berlin

Immer wieder gibt es Alleingänge von AfD-Politikern aus der Partei sowie innere Spaltungen. Jüngstes Beispiel: Die schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein trat zurück. Die Anwältin aus Plön habe für den als rechtsextrem eingestuften Gedächtnisverein „Gedächtnisstätte“ geworben und soll im Gespräch den Holocaust geleugnet haben.

Das zeigt: AfD ist nicht gleich AfD. Innerhalb der Partei gibt es Machtkämpfe und verschiedene parteipolitische Strömungen, die sich teils wieder überschneiden. Was überschreitet die Grenze des Sagbaren? Immer wieder fallen Politiker mit rassistischer und diskriminierender Sprache auf, was auch intern zu Debatten führt.

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Parteipolitische Strömungen in der Afd

Die Koservativen bekennen sich zum traditionellen Familienbild und dem Christentum als Leitbild. Andere Formen des Zusammenlebens, wie die gleichgeschlechtliche Partnerschaft, lehnen sie ab. Auf Bundesebene repräsentiert diese Richtung beispielsweise Beatrix von Storch.

Das völkisch-nationalistische Spektrum hingegen umfasst die Gruppierung „Flügel“. Der Verfassungsschutz hat sie zum Verdachtsfall erklärt. Auch prominente Bundestags- und Landtagspolitiker zählen zu dieser Strömung und werden womöglich bald stärker unter die Lupe genommen.

Zu rechts: Die Afd kann vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Im Fokus stehen Politiker der Gruppierung „Der Flügel“. Diese Politiker gehören dazu.

Eine Schlüsselfigur im „Flügel“ war bis Anfang Januar auch der langjährige AfD-Chef in Sachen-Anhalt, André Poggenburg. Zusammen mit Björn Höcke hatte er bis dahin den „Flügel“ angeleitet und war deren Mann im Bundesvorstand.

Doch weil er die türkische Gemeinde in Deutschland als „Kümmelhändler und Kameltreiber“ beleidigt und Deutsche mit doppelter Staatsangehörigkeit als „vaterlandsloses Gesindel, das wir hier nicht länger haben wollen“ bezeichnet hatte, rückte Höcke von ihm ab. Nun hat Poggenburg seine eigene Partei gegründet: „Aufbruch deutscher Patrioten“ heißt sie. Mit ihr will er bei den Landtagswahlen im Osten mitmischen.

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Von Saskia Bücker/RND