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Deutschland / Welt Gewalt gegen Ausländer in Athen eskaliert
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Gewalt gegen Ausländer in Athen eskaliert
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19:16 12.05.2011
Die Gewalt gegen dunkelhäutige Ausländer in der griechischen Hauptstadt Athen eskaliert. (Archivbild) Quelle: dpa
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Die Gewalt gegen dunkelhäutige Ausländer in der griechischen Hauptstadt Athen eskaliert. Nur wenige Stunden nach dem Tod eines Migranten aus Sri Lanka, der im Stadtteil Patissia auf offener Straße niedergestochen wurde, attackierten Rechtsradikale am Donnerstag erneut Menschen mit dunkler Hautfarbe. Die Migranten flüchteten in Panik, mehrere sollen verletzt worden sein. Die Polizei, die von einem rassistischen Hintergrund ausgeht, nahm 50 Angreifer in Gewahrsam. Bei den Tätern soll es sich nach Medienberichten um Mitglieder der rechtsextremen Gruppe „Chryssi Avgi“ (Goldene Morgenröte) handeln, die mit anderen Rechtsradikalen in Europa, auch in Deutschland, in Verbindung stehe.

Erst am Mittwoch waren in Athen hunderte aufgebrachte, fremdenfeindliche Einwohner mit der Polizei zusammengestoßen. Zuvor hatten sie Ausländer attackiert und Schaufenster von Migrantenläden im Stadtviertel Agios Panteleimon eingeschlagen. Auslöser war der Tod eines Mannes, der laut Presseberichten von drei Nordafrikanern bei einem Raubüberfall getötet worden war.

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Bürgermeister Giorgos Kaminis warnte, in Athen könnten wegen der großen Zahl illegaler Einwanderer und einer unkontrollierten Kriminalität bürgerkriegsähnliche Verhältnisse heraufziehen. „Es besteht die Gefahr, dass in kurzer Zeit Athen wie (die libanesische Hauptstadt) Beirut in den 70er Jahren aussieht“, sagte der Bürgermeister am Donnerstag im Fernsehen.

Die Regierung unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou scheint die Kontrolle zunehmend zu verlieren. Rund um das Stadttheater im Zentrum Athens können sich die Bürger nach Einbruch der Dunkelheit kaum mehr bewegen. Neben dem Archäologischen Museum hat sich ein großer Drogenmarkt auf offener Straße entwickelt. Mehrere Menschenrechtsorganisationen, darunter auch das UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR, warnten wiederholt vor zunehmender rassistisch motivierter Gewalt in Griechenland.

Die griechischen Behörden haben in den vergangenen drei Jahren mehr als 500 000 illegale Zuwanderer aus dem Nahen Osten und Nordafrika aufgegriffen. Mittlerweile leben in Griechenland unter insgesamt 11,3 Millionen Einwohnern schätzungsweise mehr als eine Million Migranten. Wegen der Wirtschaftskrise finden immer weniger von ihnen Arbeit. Viele müssen betteln, um zu überleben. Immer wieder werden Passanten überfallen.

dpa