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Deutschland / Welt „Gorch Fock“ startet mit Ermittlern auf den Heimweg
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07:52 31.01.2011
Die "Gorch Fock" legte am Sonntag vom argentinischen Ushuaia ab. Quelle: dpa
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Nach den massiven Anschuldigen aus der Heimat hat die Besatzung des SegelschulschiffsGorch Fock“ den Anker für die dreimonatige Rückreise nach Deutschland gelichtet. Unter dem Befehl des kurzfristig eingeflogenen Kommandanten Michael Brühn legte das Schiff am Sonntag vom argentinischen Ushuaia ab.

Mit an Bord sind die Ermittler einer Untersuchungskommission. Sie sollen die Berichte über Missstände bei der Ausbildung und Schikane-Vorwürfe von Offiziersanwärtern gegen die Stammbesatzung untersuchen. Die „Gorch Fock“ wird Ende April zurück im Heimathafen Kiel erwartet.

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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte die Heimkehr der „Gorch Fock“ angeordnet. In Ushuaia war der von Guttenberg suspendierte bisherige Kommandant Norbert Schatz kurz vor dem Ablegen mit militärischen Ehren verabschiedet worden. Schatz genoss unter der Stammbesatzung hohes Ansehen. Er wird in den nächsten Tagen in Deutschland zurückerwartet. Der Marineoffizier erwägt nach Medienberichten juristische Schritte gegen seine Suspendierung.

An Bord der „Gorch Fock“ sollen junge Offiziersanwärter von Mitgliedern der Stammbesatzung drangsaliert, übermäßig unter Druck gesetzt und sogar sexuell genötigt worden sein. Unter noch ungeklärten Umständen waren 2008 und 2010 zwei Offiziersanwärterinnen zu Tode gekommen.

In der Heimat gab es weitere Vorwürfe gegen die Besatzung. Bei Befragungen von Offiziersanwärtern in der Marineschule Flensburg-Mürwik sammelte ein Ermittlerteam nach Medienberichten weitere belastende Zeugenaussagen. Danach wurde laut „Bild“-Zeitung (Samstag) eine Kadettin schikaniert, bis sie weinend zusammenbrach. Ein Offiziersanwärter beklagte sich beim Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus demnach darüber, dass er trotz massiver Höhenangst habe in die Wanten steigen müssen.

Die Stammbesatzung hat die Vorwürfe in einem offenen Brief an Verteidigungsminister Guttenberg (CSU) zurückgewiesen und als „Rufmord“ bezeichnet. In dem am Wochenende bekanntgewordenen Schreiben heißt es: „Wir, die Stammbesatzung der „Gorch Fock“, fühlen uns sehr alleine gelassen.“ Gefehlt habe „der Rückhalt unserer übergeordneten Dienststellen“. Die Suspendierung von Schatz wird als „Abservierung“ kritisiert. Eines der Mitglieder Schiffsbesatzung bekräftigte, dass das Schreiben authentisch sei: „Das war kein Scherz“.

dpa

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