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Deutschland / Welt Greta Thunberg: Meine kleine Schwester wird schikaniert
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Greta Thunberg: “Diejenige, die leidet, ist meine Schwester”

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16:52 16.10.2019
Die Klimaaktivistin Greta Thunberg berichtet, dass vor allem ihre Schwester unter ihrer globalen Bekanntheit leidet. Quelle: imago images/Christian Mang
Berlin

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ist in den Medien ständig präsent, große Interviews gibt die 16-Jährige aber dennoch selten. Eine Ausnahme machte sie für die Journalistin Alexandra Urisman Otto von der schwedischen Zeitung „Dagens Nyheter“. Sie hat Greta Thunberg in den letzten Monaten immer wieder getroffen, nun ist das Interview auch bei „Zeit Campus“ erschienen.

Thunberg gibt sich in dem Text sehr nahbar, lässt Einblicke in ihr Privatleben zu und spricht sogar über ihre kaum bekannte Schwester, die die Schattenseiten ihrer Berühmtheit zu spüren bekommt. Über sie sagt Thunberg: „Meine Schwester ist 13 Jahre alt und muss systematisches Mobbing, Hass und Schikanen ertragen.“

Auf die Frage, von wem sie schikaniert werde, antwortet die Anführerin der Fridays-for-Future-Bewegung: „Alle, die mir drohen und voller Hass schreiben, richten ihren Hass gegen meine ganze Familie. Der Unterschied ist, dass meine Angehörigen zu Hause sind und ich ständig unterwegs und unerreichbar bin. Die Leute wissen nicht, wo ich wohne, wo ich nachts schlafe, wo ich mich aufhalte. Ich habe keinen Alltag. Aber meine Schwester zu Hause versucht, einen Alltag zu haben. Sie ist also viel leichter zu erreichen.“

Die Drohungen würden der Polizei gemeldet. Doch auch wenn Greta Thunberg selbst nicht sehr viel davon mitbekommt, beeinflusst sie der Hass trotzdem. „Es ist schrecklich. Die Menschen fragen sich, wie sie mir helfen können, aber diejenigen, die wirklich Hilfe benötigen, bekommen sie nicht. Sie werden nur verhöhnt und bekommen Hassbotschaften“, so Thunberg.

Ich war irgendwie total unglücklich

Greta Thunberg

Was viele nicht wissen: Greta Thunberg litt bereits im Alter von elf Jahren an einer Depression, ging nicht mehr zur Schule und sprach nur noch mit den engsten Familienmitgliedern. Schließlich hörte sie auf zu essen. Als ein Arzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie Unterernährung feststellte und sie ins Krankenhaus einweisen wollte, erlebte Greta Thunberg einen Wendepunkt in ihrem Leben.

Über die damalige Zeit sagte sie im Interview: „Ich war irgendwie total unglücklich. Es war nichts passiert. Wenn es mir gelungen war, rauszugehen zum Supermarkt, habe ich das in meinem Tagebuch festgehalten und war stolz, dass ich das geschafft habe.“ Als sie diese Seiten später las, dachte sie, „dass ich vor einem oder zwei Jahren von dem Leben, das ich heute habe, nur träumen konnte, ganz unabhängig von dem ganzen Aktivismus und der Bekanntheit“.

Nach Trump-Wahl im „Schlabberlook zu Hause gesessen“

In diesem Jahr überquerte Greta Thunberg aus Gründen des Klimaschutzes auf einem Segelschiff den Atlantik, wo sie beim UN-Klimagipfel in New York eine Rede hielt. Über die Reise dorthin sagt sie: „Es war, als ob man sein Leben noch einmal von vorne leben würde.“

Klare Worte findet Thunberg derweil über US-Präsident Donald Trump. Am Tag nach der US-Wahl im Jahr 2016, so erinnert sie sich, habe sie den ganzen Tag im Schlabberlook zu Hause gesessen und Nachrichtensendungen geschaut. „Ich werde nie vergessen, als Papa mich weckte und sagte: ‚Es hat heute Nacht so viel geschneit, dass du nicht zur Schule musst. Und übrigens, Trump hat gewonnen.‘“

Auf die Frage, ob sie gewollt habe, dass Trump gewinnt, antwortet Thunberg: „Ich will, dass die Menschen aufwachen. Ich dachte, wenn er gewählt wird, werden die Menschen wohl aufwachen müssen.“ Auch heute sieht sie in der Präsidentschaft von Donald Trump, der den Klimawandel leugnet, eine Chance. „Die Klimabewegung wäre heute definitiv nicht so stark, hätte Hillary Clinton gewonnen. Es sind so viele gesellschaftliche tipping points (Anmerkung d. Red.: Wendepunkte), die zu einem langsamen Aufwachen beitragen. Es kann falsch sein, doch ich glaube, dass man Trumps Wahl in Zukunft als Wendepunkt ansehen wird.“

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