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Deutschland / Welt Griechenland nimmt entscheidende Hürde
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20:35 08.03.2012
Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos kann durchatmen: Der Weg für den dringend benötigten Schuldenschnitt ist frei. Quelle: dpa
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Athen

Bei der Rettung vor dem Staatsbankrott hat Griechenland eine entscheidende Hürde genommen. Eine ausreichende Beteiligung der privaten Gläubiger am Schuldenschnitt ist sicher, Athen kann mit einer Entlastung von über 100 Milliarden Euro planen. "Wir haben gerade die 75 Prozent übertroffen und es geht weiter nach oben", sagte ein Mitarbeiter des griechischen Finanzministers Evangelos Venizelos am Donnerstagabend der Nachrichtenagentur dpa. Er zeigte sich optimistisch, dass auch noch 80 Prozent Zustimmung zum Umschuldungsangebot erreicht werden könnten.

Die Frist für den Anleihetausch lief am späten Donnerstagabend ab. Das Finanzministerium in Athen wollte offizielle Ergebnisse am Freitagmorgen veröffentlichen. Mit einer Zustimmung von mehr als 75 Prozent der Gläubiger würde allerdings das ursprüngliche Ziel verfehlt, mehr als 90 Prozent der Gläubiger zu einem "freiwilligen" Forderungsverzicht zu bewegen. Jenseits der 75-Prozent-Marke kann Athen nun aber eine andere Karte ziehen. Per Gesetz wurde bereits die Möglichkeit geschaffen, mit nachträglichen Umschuldungsklauseln ("Collective Action Clauses", CAC) einen Schuldenschnitt auch gegen den Willen von Anlegern zu erzwingen.

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In Athen wird damit gerechnet, dass die Regierung diese Option nach Rücksprache mit seinen internationalen Geldgebern nutzt. Die Euro-Finanzminister wollten sich am Freitag in einer Telefonkonferenz mit den Ergebnissen des griechischen Anleihetausch-Angebots beschäftigen. Auf der Tagesordnung steht die endgültige Freigabe des Anfang März grundsätzlich beschlossenen 130-Milliarden-Hilfspakets für Griechenland. Voraussetzung dafür ist der erfolgreiche Schuldenschnitt.

Nach den bisherigen Planungen sollen dann am 12. März die verschiedenen Verträge zum Tausch der alten in neue Staatsanleihen mit langen Laufzeiten und günstigeren Konditionen unterzeichnet werden. Am 20. März werden Anleihen Griechenlands über 14,5 Milliarden Euro fällig. Ohne das neue Hilfspaket könnte das Euro-Land die Schulden nicht zurückzahlen. Griechenland hängt bereits seit 2010 am internationalen Finanztropf und hatte damals Hilfszusagen von 110 Milliarden Euro bekommen. Bald danach zeigte sich aber, dass diese Kredite nicht ausreichen, um Griechenland dauerhaft vor der Pleite zu bewahren.

Ausgangspunkt für den im Detail äußerst komplizierten Schuldenschnitt ist ein Anleihevolumen von 206 Milliarden Euro. Die Grundsatzvereinbarung mit den Banken sieht einen Forderungsverzicht von 53,5 Prozent vor. Der griechische Schuldenberg würde also im Optimalfall um mehr als 100 Milliarden Euro gestutzt. Anleger sollen, so das Angebot, im Tausch für ihre alten Anleihen neue Bonds mit längerer Laufzeit und niedrigerer Verzinsung bekommen.

Unter den Haltern griechischer Anleihen sind allerdings auch Investoren wie Hedge-Fonds, die sich noch nicht in die Karten schauen lassen wollen. Bestimmten Hedge-Fonds wird nachgesagt, dass sie auf ein Scheitern der freiwilligen Umschuldung setzen, um dann bei Zwangsmaßnahmen der Athener Regierung Entschädigungen aus Kreditausfallversicherungen zu kassieren.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.