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Deutschland / Welt Claudia Roth für mehr soziale Gerechtigkeit
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Claudia Roth für mehr soziale Gerechtigkeit
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06:00 20.10.2018
Die ehemalige Parteivorsitzende Claudia Roth (rechts im Bild) am Abend der bayerischen Landtagswahl. Sie sagt, aus Erfolg erwachse auch Verantwortung. Quelle: Sven Hoppe/dpa
Berlin

Die ehemalige Grünen-Vorsitzende und heutige Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth hat ihre Partei im Lichte der anhaltenden Schwäche der SPD aufgefordert, mehr Gewicht auf das Thema soziale Gerechtigkeit zu legen. „Wir haben nicht nur Grund zur Freude über sehr, sehr gute Wahlergebnisse“, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mit Blick auf Bayern.

„Damit ist auch eine große Verantwortung verknüpft. Denn diejenigen, die von der SPD zu uns gegangen sind, sehen in der SPD offenbar nicht mehr eine Partei, die moderne soziale Gerechtigkeit beschreibt und moderne Sozialpolitik betreibt.“ Das bedeute für die Grünen, deutlich zu machen, dass Ökologie und soziale Gerechtigkeit kein Widerspruch seien und zu zeigen: „Wir stehen für Ökologie auf der Basis sozialer Gerechtigkeit. Vielleicht müssen wir das in dieser Zeit stärker profilieren.“

Keine Genugtuung über Niedergang der SPD

Dies sei auch sachlich notwendig, fügte Roth hinzu: „Denn es gibt Armut in diesem reichen Land. Es gibt Ausgrenzung und Nicht-Teilhabe. Es gibt den Pflegenotstand.“ Um dem zu begegnen, brauche es nicht alte Ideen, sondern moderne Ansätze. „Die haben wir. Und die müssen wir viel stärker nach außen tragen.“

Allerdings machte die Grünen-Politikerin deutlich, dass sie über den Niedergang der SPD keine Genugtuung empfinde. „Ich freue mich nicht darüber, sondern es macht mir riesengroße Sorgen“, erklärte sie dem RND. Die Bundesrepublik Deutschland sei schließlich ein sozialer Rechtsstaat. Und wenn das Soziale verschwinde, dann würde Deutschland etwas von seinen Grundlagen verlieren.

Die Grünen ziehen in Umfragen und bei Wahlen immer öfter an den Sozialdemokraten vorbei.

Lesen Sie auch: Kommentar: Grüner wirds nicht

Von Markus Decker/RND

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