Grünen-Anfrage zur Elektromobilität: Nur 3 Prozent des Fuhrparks der Bundesregierung sind E-Autos
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Deutschland / Welt Ziel verfehlt: Bundesregierung erreicht nur Mini-Quote
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06:42 06.05.2019
Ein Elektroauto an einer Ladestation. Laut eigener Aussage will die Bundesregierung mindestens 20 Prozent ihres Fuhrparks mit elektrisch betriebenen Autos ausstatten. Quelle: Jan Woitas/dpa
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Berlin

Die Bundesregierung ist weit von ihrem Ziel entfernt, ein Fünftel ihres Fuhrparks auf Elektromobile umzustellen. Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Demnach sind von insgesamt 29.065 Autos in allen Bundesressorts und den dazu gehörenden Behörden nur 761 elektrisch. Das entspricht einem Anteil von lediglich 2,6 Prozent. Von den 2018 neu angeschafften Fahrzeugen fahren nur 312 von 9.694 elektrisch. Das sind 3,2 Prozent.

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Peinliche Zahlen im Verkehrsministerium

Den höchsten Anteil von Elektroautos besitzt mit 87,5 Prozent das Bundespresseamt, gefolgt vom Entwicklungsministerium mit 80 Prozent. Schlusslicht ist das Verteidigungsministerium, das lediglich auf einen Anteil von 1,1 Prozent kommt.

Ausgerechnet das Verkehrsministerium kommt gerade mal auf 5,7 Prozent Elektroautos im gesamten Fuhrpark. Die für die Elektromobilität ebenfalls zuständigen Ministerien für Wirtschaft (19,3) sowie für Forschung (30) schneiden deutlich besser ab. Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit nutzt 27 Elektroautos von insgesamt 54 Fahrzeugen.

Grüne werfen Merkel Scheinheiligkeit vor

„Mit diesen beschämenden Zahlen machen sich Kanzlerin Merkel und ihre Minister bei der Elektromobilität unglaubwürdig“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Stephan Kühn, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Er warf Merkel Scheinheiligkeit vor, da sie einen „Leitmarkt für die Elektromobilität will und selbst vor allem mit fossilen Verbrennern unterwegs ist.“ Kühn sagte, der Umstieg auf Elektromobilität scheitere nicht am fehlenden Geld, sondern am fehlenden Willen der Regierung.

Im April 2016 hatte die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket zur Förderung der Elektromobilität vorgestellt. Teil des Pakets war die Bereitstellung von 100 Millionen Euro für die Mehrkosten bei der Beschaffung von Elektrofahrzeugen für den Fuhrpark der Bundesressorts. Mitte Juni 2018 waren nur 2,4 Prozent dieser Mittel abgerufen. „Nur wenn die Bundesregierung bei der Elektromobilität selbst voran geht, kann Deutschland zum Vorreiter sauberer Mobilität werden“, sagte Kühn dem RND.

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Von Flemming Goldbecher/RND

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