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Deutschland / Welt Wusste Wulff mehr, als er zugab?
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18:39 10.01.2014
Der Weg zum Zeugenstuhl: Christiane Wulff, ehemalige Frau des Ministerpräsidenten und späteren Bundespräsidenten Christian Wulff, ebnete sich im Landgericht Hannover den Weg durch Kamerateams. Quelle: dpa
Hannover

War Olaf Glaeseker, der langjährige Pressesprecher von Christian Wulff, bestechlich? Die Aussage einer früher recht prominenten Person, Wulffs ehemaliger Ehefrau Christiane, könnte diesen Vorwurf der Staatsanwaltschaft Hannover abschwächen. Die Urlaube, die Glaeseker auf Kosten des Party-Managers Manfred Schmidt in Spanien und Südfrankreich verbracht hatte, sind nämlich keine Geheimaktion von Glaeseker gewesen. Christiane Wulff war dreimal dabei – und auch Christian Wulff, Glaesekers Chef, war darüber informiert. Das erklärte die 53-Jährige am Freitag als Zeugin im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Hannover. Christiane Wulff rückte damit von der Position ihres ehemaligen Ehemanns ab.

Christiane Wulff, frühere Ehefrau von Christian Wulff rückt nun wieder in die Öffentlichkeit. Sie ist als Zeugin im Glaeseker-Prozess geladen.

Seit fünf Verhandlungstagen versucht die Staatsanwaltschaft, Glaeseker Bestechlichkeit und Schmidt Bestechung vorzuwerfen. Als Gegenleistung dafür, dass Glaeseker als Regierungssprecher aus der Staatskanzlei heraus drei Prominententreffen namens „Nord-Süd-Dialog“ organisiert und Sponsoren eingeworben hat, sollen er und seine Frau von Schmidt auf seine Finca in Spanien und nach Südfrankreich eingeladen worden sein. Die Urlaube sind unstrittig, aber Glaeseker und Schmidt widersprechen: Beide seien eng befreundet, es gebe immer wieder gegenseitige Einladungen – mit den „Nord-Süd-Dialogen“ und Glaesekers Engagement dafür habe das nichts zu tun. Wenn die Staatsanwälte beiden nun Korruption nachweisen wollen, müssen sie eine „Unrechtsvereinbarung“ aufdecken – eine Abmachung zwischen ihnen, dass etwas Unrechtes geschehen soll. Merkmal einer solchen Vereinbarung wäre die Heimlichkeit gewesen.

Als Christian Wulff im Sommer 2012 vom Landeskriminalamt befragt wurde, soll er erklärt haben, von Glaesekers Urlaubsreisen nichts gewusst zu haben – und auch nicht von dessen Sponsorenwerben für die „Nord-Süd-Dialoge“. Diese Angabe könnte also auf die Heimlichkeit hindeuten und den Verdacht der Korruption erhärten.

Doch an diesem Freitag hat Christiane Wulff, die seit bald acht Jahren von ihrem früheren Mann getrennt ist, die Version von Christian Wulff verworfen. Dreimal, 2006, 2007 und 2008, war Christiane Wulff gemeinsam mit dem Ehepaar Glaeseker zu Gast in Häusern von Manfred Schmidt – auf dessen Einladung. Bei zwei Reisen war auch die gemeinsame Wulff-Tochter Annalena dabei, und sie hatte SMS-Kontakt mit ihrem Vater. Dem früheren Bundespräsidenten musste also bekannt gewesen sein, wo sich seine frühere Frau und seine Tochter aufhielten. „Er wusste davon“, sagte Christiane Wulff im Zeugenstand. Sie trat im Prozess in Begleitung eines Anwalts auf, sprach leise, fühlte sich offenbar in ihrer Haut nicht ganz wohl. In Bezug auf Christian Wulff sprach sie von „meinem geschiedenen Mann“. Zu Glaesekers, mit denen sie mehrere Urlaube verbrachte, pflege sie „keinen Kontakt mehr“. Man habe sich „auseinander gelebt“, sagt sie.

Vor allem ein Umstand belegt, dass Christian Wulff mehr über Glaesekers Freundschaft zu Schmidt wissen musste: Bevor Christian Wulff im Juni 2006 die gemeinsame Wohnung in Osnabrück verließ, gab es zwischen ihm, seiner Frau Christiane und Olaf Glaeseker ein Krisengespräch. Dabei wurde erörtet, wie die Medien informiert werden sollten. Gleichzeitig übermittelte Glaeseker das Angebot von seinem Freund Manfred Schmidt, Christiane Wulff könne bei ihm Urlaub machen. „Ich war froh über die Ablenkung, und es gab mir die Möglichkeit, mit Glaeseker, einem Bekannten meines Mannes, zu sprechen“, sagte Christiane Wulff als Zeugin. Bei der ersten Urlaubsreise hatte Christian Wulff Glaeseker sogar einen Brief an seine von ihm getrennte Frau mitgegeben.

Christian Wulff musste also wissen, wie eng die Beziehung zwischen Glaeseker und Schmidt war. Trotzdem hat der frühere Bundespräsident im Sommer 2012 das bestritten – und damit seinen langjährigen Vertrauten Glaeseker belastet. Die Aussage von Christiane Wulff rückt das nun in ein anderes Licht.

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