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Deutschland / Welt Westerwelle erfuhr durch Sportverletzung von Erkrankung
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Westerwelle erfuhr durch Sportverletzung von Erkrankung
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15:57 22.06.2014
Durch eine Routineuntersuchung erfuhr der frühere Außenminister Guido Westerwelle von der Krebserkrankung. Quelle: dpa
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Berlin

Der frühere FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat durch Zufall von seiner Krebserkrankung erfahren. Nach Angaben des Bonner FDP-Chefs Werner Hümmrich wollte sich der 52-Jährige in Köln am Knie operieren lassen, nachdem er sich beim Joggen auf Mallorca vertreten hatte. Bei der Voruntersuchung sei aufgefallen, dass das Blutbild nicht in Ordnung war, sagte der langjährige Freund Westerwelles dem „Kölner Express“ (Samstag). Gewissheit habe es dann am Donnerstag gegeben. 

Der langjährige FDP-Chef und frühere Bundesaußenminister ist an akuter Leukämie erkrankt. Die Kölner Universitätsklinik bestätigte, dass Westerwelle dort stationär behandelt wird. „Das ist korrekt“, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag. Mit dem Patienten sei vereinbart worden, dass über den Gesundheitszustand und die nächsten Schritte keine Auskunft gegeben werde. Seine Stiftung, die Westerwelle Foundation, hatte bereits am Freitag darum gebeten, auch mit Rücksicht auf die Familie von Nachfragen abzusehen. 

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Westerwelle sei natürlich erschrocken. „Aber auch bereit, den Kampf aufzunehmen und zuversichtlich, den Krebs zu besiegen“, sagte Hümmrich dem „Kölner Express“. „Er ist in guter körperlicher Verfassung und hat viele Freunde - mich eingeschlossen -, die ihm durch diese schwierige Zeit helfen und ihm die nötige Kraft geben.“ 

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zeigte sich berührt. „So eine Nachricht über einen Kollegen zu hören, lässt einen für einen Moment innehalten“, sagte er der „Bild“-Zeitung (Montag). „Und es erinnert daran, dass es Dinge gibt, die wichtiger sind als alle beruflichen Mühen und jede politische Auseinandersetzung.“

Leukämie

Leukämie (Blutkrebs) ist eine bösartige Erkrankung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die im Körper für die Infektabwehr zuständig sind. Sie entsteht im Knochenmark. Bei einer Leukämie kommt es dort zu einer explosionsartigen Vermehrung der weißen Blutkörperchen. Das ruft unter anderem einen Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) hervor, die für den Sauerstofftransport im Blut sorgen.

Akute Leukämien sind lebensbedrohliche Erkrankungen, die unbehandelt in wenigen Wochen bis Monaten zum Tode führen. Chronische Leukämien verlaufen meist über mehrere Jahre und sind im Anfangsstadium häufig symptomarm.

Erste Anzeichen einer Leukämie sind eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte, Abgeschlagenheit und eine Neigung zu Blutergüssen. Jedes Jahr erkranken in Deutschland nach Angaben der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) rund 11 000 Menschen neu an Blutkrebs, darunter viele Kinder und Jugendliche.

Ohne medizinische Behandlung führt eine Leukämie zum Tod. Helfen kann eine Chemo- oder Strahlentherapie. Schlägt sie nicht an, ist die Übertragung von gesunden Stammzellen die letzte Chance, das Leben eines Patienten zu retten.

dpa