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Deutschland / Welt Guttenberg bleibt auf Platz 1 der Beliebtheitsskala
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Guttenberg bleibt auf Platz 1 der Beliebtheitsskala
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22:33 10.03.2011
Karl-Theodor zu Guttenberg beim Großen Zapfenstreich in Berlin.
Karl-Theodor zu Guttenberg beim Großen Zapfenstreich in Berlin. Quelle: dpa
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Die Bundeswehr hat sich am Donnerstagabend mit einem Großen Zapfenstreich vom zurückgetretenen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) verabschiedet. Im Beisein von etwa 450 Gästen, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, wünschte ihm sein Nachfolger Thomas de Maizière (CDU), dass er die „vielen Enttäuschungen der letzten Tage überwinden“ möge. „Was Sie während Ihrer Amtszeit geleistet haben, wird den letzten Eindruck überdauern“, sagte der neue Verteidigungsminister, nachdem er Guttenbergs Engagement für die Bundeswehr und deren Reform mit gebotener Sachlichkeit gewürdigt hatte.

Merkel schließt nicht aus, dass Guttenberg eines Tages in die Politik zurückkehrt. In einem Zeitungsbeitrag, der heute erscheint, rät sie ihm zu einer „Besinnungspause“. Zunächst brauche er „eine Phase, in der er den nötigen Abstand zu den Geschehnissen findet“, sagte Merkel. Guttenberg hatte zahlreiche Zitate in seiner Dissertation nicht als solche gekennzeichnet, weshalb er seinen Doktortitel verlor. Nach zunehmender Kritik auch politischer Freunde war er daraufhin zurückgetreten. Wegen der Plagiatsaffäre ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft gegen ihn.

Die Plagiatsaffäre tat der Popularität des fränkischen Politikers offenbar keinen Abbruch. Die ARD teilte am Donnerstagabend mit, Guttenberg habe nach seinem Rücktritt an Zustimmung hinzugewonnen. In der Umfrage Deutschlandtrend steht er weiter klar an der Spitze der Beliebtheitsliste. 73 Prozent sind zufrieden mit seiner Arbeit (plus 5 im Vergleich zum Vormonat). Sein Nachfolger, der bisherige Innenminister Thomas de Maizière, folgt auf Platz zwei: 55 Prozent (plus 7). Auf Platz 3 folgen mit jeweils 53 Prozent Zustimmung SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (plus 1) und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Vor die Frage gestellt, ob Merkel oder Guttenberg bei der nächsten Bundestagswahl für die Union als Kandidat für das Amt des Bundeskanzlers antreten sollten, entscheiden sich heute 44 Prozent für Angela Merkel. Dies sind 16 Punkte mehr im Vergleich zum November 2010. 41 Prozent möchten, dass Guttenberg für die Union ins Rennen geht. Im November wünschten sich dies noch 58 Prozent.

In der Debatte um die Ereignisse auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“ und die von Guttenberg persönlich verfügte Suspendierung des Kommandanten der Bark wird der frühere Minister offenbar durch einen geheimen Untersuchungsbericht der Bundeswehr entlastet. Dem Vernehmen nach werden Kapitän Norbert Schatz Mängel bei der Ausbildung von Offizieranwärtern nachgewiesen.

Reinhard Urschel und Klaus von der Brelie

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