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Deutschland / Welt Guttenberg lässt offenbar neue Atomreaktor-Typen erforschen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Guttenberg lässt offenbar neue Atomreaktor-Typen erforschen
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14:02 18.09.2009
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) lässt offenbar neue Typen von Atomreaktoren prüfen.
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) lässt offenbar neue Typen von Atomreaktoren prüfen. Quelle: ddp
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Die dreijährige Laufzeit des Projekts beginne unmittelbar nach der Bundestagswahl, am 1. Oktober 2009. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) reagierte mit der Einschätzung, das Forschungsprojekt sei der Beleg für Pläne in der CDU/CSU zum Bau neuer Atomkraftwerke.

Das Vorhaben firmiere unter dem Titel "Entwicklung von Rechenmethoden zur Sicherheitsbewertung fortgeschrittener Reaktorkonzepte", berichtet die "FTD". Ausgeführt werde das Projekt von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit.

Gabriel erklärte dazu in Berlin: "Herr zu Guttenberg, Frau Schavan, und Frau Merkel versuchen die Öffentlichkeit zu täuschen. Das Gerede von der Brückentechnologie nimmt der Atomkanzlerin jetzt keiner mehr ab."

In der Internetausgabe der "Frankfurter Rundschau" warf Gabriel Guttenberg zudem Rechtsbruch vor. Forschungsaufträge für neue Reaktortypen stünden im Gegensatz zu der Vorschrift im Atomgesetz: "Der Neubau von Atomkraftwerken in Deutschland ist verboten", sagte der Umweltminister. Er forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, ihren Wirtschaftsminister sofort zu stoppen. Andernfalls wäre sie "beteiligt an einer der größten Wählertäuschungen, die es je in diesem Land gegeben hat".

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass ein Gutachten im Auftrag von Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) den Neubau von Kernkraftwerken in Deutschland in Erwägung zog. Dagegen hatte Merkel von der Atomtechnik im Wahlkampf stets von einer Brückentechnologie gesprochen, die auslaufen solle, sobald erneuerbare Energien in hinreichendem Maße zur Verfügung stehen. Neubauten von Atomkraftwerken hatte die Kanzlerin abgelehnt.

afp