Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Guttenberg sieht Afghanistan nicht als Vorzeigedemokratie geeignet
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Guttenberg sieht Afghanistan nicht als Vorzeigedemokratie geeignet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:51 26.12.2009
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) Quelle: ddp (Archiv)
Anzeige

Der Westen sollte sich nach Ansicht von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vom Ziel der Schaffung einer Demokratie nach westlichem Vorbild in Afghanistan verabschieden. Der Zeitung „Bild am Sonntag“ sagte der CSU-Politiker: „Ich bin schon länger zu der Überzeugung gelangt, dass Afghanistan gerade wegen seiner Geschichte und seiner Prägung sich nicht als Vorzeige-Demokratie nach unseren Maßstäben eignet.“

Der Minister fügte hinzu: „Wir müssen uns fragen, wer von den Aufständischen stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Staatengemeinschaft dar und wem geht es um afghanische Angelegenheiten. Die Frage der Menschenrechte muss dabei einbezogen werden, ohne die gewachsenen Kulturen in Afghanistan zu ignorieren.“

Für eine dauerhafte Befriedung Afghanistans kann nach Überzeugung Guttenbergs nicht ausgeschlossen werden, auch gemäßigte Taliban an der Regierung zu beteiligen. Zur Begründung sagte der CSU-Politiker: „Weil wir in einem Land mit einer so großen regionalen Vielfalt nicht einen ganzen Volksstamm wie die Paschtunen außen vor lassen können, wenn wir tragfähige Lösungen für die Zukunft wollen.“

Allerdings: „Gespräche und eine Einbindung dürfen freilich nicht ohne Bedingungen vorgenommen werden. Inakzeptabel wäre der Gedanke etwa, wenn universell geltende Menschenrechte unmittelbar ausgehebelt würden.“ Guttenberg räumte zugleich ein, dass er in der Vergangenheit zur Einbeziehung der Taliban eine gegenteilige Auffassung vertreten habe.

ddp

Mehr zum Thema

Während seines überraschenden Afghanistan-Aufenthalts stattete Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) den deutschen Truppen in Kundus einen Blitzbesuch ab. Außerdem stockte er die deutschen Kampftruppen in Kundus auf.

13.11.2009

Der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat den von einem Deutschen angeordneten Luftangriff auf zwei Tanklastwagen in Afghanistan als „militärisch angemessen“ bezeichnet. Zugleich räumte der CSU-Politiker aber Fehler ein.

Stefan Koch 06.11.2009

Nach seinen offenen Worten über den Einsatz in Afghanistan will Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg vor Ort Verbundenheit zu seinen Soldaten zeigen. Am Donnerstag landete er überraschend zu einem Besuch in Kabul.

12.11.2009