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Deutschland / Welt Guttenberg startet die Operation Titelverteidigung
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Guttenberg startet die Operation Titelverteidigung
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21:44 18.02.2011
Mit gesenktem Kopf tritt Verteidigungsminister zu Guttenberg im Bundesverteidigunsministerium auf.
Mit gesenktem Kopf tritt Verteidigungsminister zu Guttenberg im Bundesverteidigunsministerium auf. Quelle: dpa
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Nach immer heftigeren Schummelvorwürfen lässt Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Doktortitel ruhen, hält aber an seinem Amt fest. Er habe bei seiner Dissertation „zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht“, sagte der CSU-Politiker am Freitag zu seiner Verteidigung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und CSU-Chef Horst Seehofer stärkten ihm den Rücken, die Opposition sieht seine Glaubwürdigkeit schwinden.

Der Verteidigungsminister hat mehrere Passagen seiner Doktorarbeit aus Werken anderer Autoren kopiert – im Internet werden inzwischen rund 120 Stellen aufgelistet. Der Minister räumte zwar Fehler ein, wehrte sich aber vehement gegen den Plagiatsvorhalt. „Den Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir“, sagte er. Der 39-Jährige entschuldigte sich trotzdem bei den betroffenen Autoren: „Sollte sich jemand hierdurch oder durch inkorrektes Setzen und Zitieren oder versäumtes Setzen von Fußnoten bei insgesamt 1300 Fußnoten und 475 Seiten verletzt fühlen, so tut mir das aufrichtig leid.“ Den Doktortitel wolle er nur bis zum Ende der Untersuchungen der Universität Bayreuth ruhen lassen.

Guttenberg betonte, dass er sich den Herausforderungen seines Amtes weiter stellen wolle. „Die Menschen in diesem Lande erwarten, dass ich mich um das fordernde Amt des Verteidigungsministers mit voller Kraft kümmere, und das kann ich auch.“

Guttenberg schloss bei der Erklärung einen Großteil der deutschen Medien aus. Die Hauptstadtpresse saß gleichzeitig in der Bundespressekonferenz mit den Sprechern der Bundesregierung. Die Journalisten protestierten gegen den Umgang des Verteidigungsministeriums mit den Medien und verließen fast alle den Saal. Der Minister entschuldigte sich anschließend in einem Brief für das Vorgehen.

Die Opposition hält sich mit Rücktrittsforderungen noch zurück. Nur einzelne Politiker aus der zweiten Reihe forderten den Minister zum Aufgeben auf. „Guttenberg sollte sich ein Beispiel an der Rücktrittsankündigung seines Showmaster-Kollegen Thomas Gottschalk nehmen“, sagte SPD-Fraktionsvorstandsmitglied Sebastian Edathy. Grüne und SPD verlangten eine Erklärung zu den Vorwürfen im Bundestag. Nach Ansicht von Linksfraktionschef Gregor Gysi wird Guttenberg über die Affäre stürzen.

Nun ist die Universität Bayreuth am Zuge. Sie setzte Guttenberg bereits am Donnerstag eine Frist von zwei Wochen, um zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Dann wird sie über mögliche Sanktionen entscheiden, die bis zur Aberkennung des Doktortitels reichen können.

Stefan Koch und Marc-Oliver von Riegen

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