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Deutschland / Welt Guttenberg und hundert Trauergäste nehmen Abschied
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15:39 15.10.2010
Ein schwarzer Trauerflor um das Ortsschild von Seedorf symbolisiert die Betroffenheit der Kameraden und Bürger. Quelle: dpa
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Mehrere hundert Trauergäste sind am Freitag im niedersächsischen Selsingen zusammengekommen, um dem bei einem Selbstmordanschlag in Nordafghanistan getöteten Bundeswehrsoldaten die letzte Ehre zu erweisen. An der Zeremonie in der St.-Lamberti- Kirche nahmen auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU), SPD-Chef Sigmar Gabriel und Bundeswehr-Generalinspekteur Volker Wieker teil.

Der 26-jährige Fallschirmjäger Florian Pauli wurde vor einer Woche in der Provinz Baghlan bei der Explosion eines Sprengsatzes getötet, der von einem Selbstmordattentäter gezündet wurde. Damit stieg die Zahl der toten Bundeswehrsoldaten seit Beginn des Einsatzes in Afghanistan 2002 auf 44.

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Paulis Heimatkaserne liegt in Selsingens Nachbarort Seedorf. Der Oberfeldwebel trat 2005 als Zeitsoldat in die Bundeswehr ein. Mitte Juli ging er als Sanitätsfeldwebel im Fallschirmjägerbataillon 313 nach Afghanistan.

In der Lamberti-Kirche in Selsingen hatte bereits im April eine Trauerfeier für drei in der Provinz Kundus gefallene Soldaten aus Seedorf stattgefunden. Daran nahm auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil.

Guttenberg spricht auf der Trauerfeier von „Wahnsinn“ in Afghanistan

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) erklärte sich mitverantwortlich für den Tod deutscher Soldaten in Afghanistan.
„Ich empfinde die gewaltige Schwere der Verantwortung für das Leben eines Soldaten“, sagte er in der St.-Lamberti-Kirche. Gleichzeitig fühle er sich aber auch dafür verantwortlich, „dass dieser erlebte Wahnsinn niemals seinen schrecklichen Siegeszug in unserer Welt antritt“.

Guttenberg sprach von „perfider und feiger Gewalt“ gegen die Bundeswehr. Die radikalislamischen Aufständischen in Afghanistan würden mit ihrem Handeln „ihre eigene Religion und Kultur nur noch verhöhnen“, sagte der Minister. „Wir empfinden Fassungslosigkeit.“ Der Verteidigungsminister forderte mehr Unterstützung für die Soldaten im Einsatz. „Die Anerkennung darf nicht erst hier beginnen“, sagte er.

dpa/apd