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23:08 09.08.2010
Von Heinrich Thies
Treffpunkt „heiliger Krieger“: Taiba-Moschee in Hamburg.
Treffpunkt „heiliger Krieger“: Taiba-Moschee in Hamburg. Quelle: dpa
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Zudem wurde der Arabisch-Deutsche Kulturverein, der die Taiba-Moschee betrieb, verboten. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 war der Name des Islamisten-Treffs – bis 2008 Al-Quds-Moschee – um die ganze Welt gegangen. Todespilot Mohammed Atta und seine Komplizen hatten hier ihre Massenmordpläne ausgebrütet. Aus Sicht des Verfassungsschutzes hat sich daraus ein „Dschihad-Tourismus“ entwickelt. Erst im März 2009 waren elf ständige Besucher der Moschee nach Pakistan aufgebrochen, um in einem Terrorcamp für den „Heiligen Krieg“ zu trainieren.

„Hamburg darf nicht Wiege gewaltbereiter Islamisten sein“, sagte Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU). „Wir haben die Taiba-Moschee geschlossen, weil dort junge Männer zu religiösen Fanatikern herangezüchtet wurden.“ Manfred Murck, stellvertretender Leiter des Hamburger Verfassungsschutzes, spricht von einer „Scheinwelt von Leuten, die sich etwas zurechtgemacht haben und dafür jetzt in Afghanistan und Pakistan Blutzoll zahlen“. Damit sei es nun vorbei.

In der Hamburger Moschee war bis zuletzt der deutsch-syrische Kaufmann Mamoun Darkazanli als Imam tätig, der in Spanien wegen seiner Nähe zu spanischen Al-Qaida-Terrorgruppen per Haftbefehl gesucht wird und ganz oben auf der EU-Terrorliste steht.

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) begrüßte die Vorgehensweise Hamburgs und stellte ebenfalls eine genauere Beobachtung von Islamisten in Aussicht. „An dem Hamburger Beispiel sieht man, dass Moscheen Orte sein können, wo extremistische Islamisten zusammentreffen“, sagte Schünemann. „Es ist wichtig, das unter Kontrolle zu haben.“

Ein Vorstoß Schünemanns für Moscheekontrollen in Niedersachsen war vor einigen Monaten nach heftigen Protesten auf Drängen des früheren Ministerpräsidenten Christian Wulff zurückgewiesen worden. Bei dem damaligen Beschluss gehe es jedoch nur um verdachtsunabhängige Kontrollen, betonte Schünemann jetzt. „Wenn hinreichende Verdachtsmomente vorliegen, darf eine Moschee selbstverständlich beobachtet werden.“

Als Erfolg der niedersächsischen Sicherheitsbehörden wertete es der Innenminister, dass der islamistische Verein „Einladung zum Paradies“ sein Schulungszentrum in Braunschweig schließen will. Das niedersächsische Landesamt für Verfassungsschutz hatte darauf hingewiesen, dass in der Braunschweiger Moschee junge Muslime, insbesondere deutsche Konvertiten, für den „Heiligen Krieg“ geworben würden. Ein 15-jähriger Terrorhelfer der Sauerland-Gruppe verkehrte hier. Schünemann hatte von einer „Brutstätte des Terrors“ gesprochen. Ein Braunschweiger Imam kündigte jetzt den Umzug nach Mönchengladbach an