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Deutschland / Welt Hamburger Behörden haben offenbar Islamistengruppe im Visier
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Hamburger Behörden haben offenbar Islamistengruppe im Visier
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14:46 05.10.2009
Quelle: ddp
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Das ARD-Magazin „Report Mainz“ beruft sich auf einen internen Bericht, dessen Existenz beziehungsweise Inhalt die Hamburger Innenbehörde nicht kommentieren wollte. Laut „Report Mainz“ stammt der Bericht vom Hamburger Verfassungsschutz und dem Landeskriminalamt. Darin heißt es demnach: „Die einzelnen Gruppenmitglieder verfügen (...) über eine dschihadistische Grundeinstellung und sind der gewaltbereiten dschihadistischen Szene in Hamburg zuzurechnen.“

Als Anführer der Gruppe dient dem Bericht zufolge der syrischstämmige Deutsche Rami M. aus Frankfurt am Main, der als „Gefährder“ eingestuft werde. Um ihn sollen sich demnach neun weitere Islamisten unterschiedlicher Herkunft zusammengefunden haben, darunter auch zwei deutsche Konvertiten. Nach Recherchen des TV-Magazins sollen mindestens zwei Mitglieder der Gruppe wieder zurück in Hamburg sein. Dabei handele es sich um die beiden Konvertiten Michael W. und Alexander J.

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Bereits im März war laut „Report Mainz“ bekannt geworden, dass die Behörden am Frankfurter Flughafen den mutmaßlichen Islamisten Mohammad M. an der Ausreise hindern konnten, indem sie seinen Pass einzogen. Die Behörden gehen dem Bericht zufolge davon aus, dass andere Gruppenmitglieder, darunter Rami M., über unterschiedliche Routen nach Pakistan gelangt sind. Die Sicherheitsbehörden sehen demnach „hohes Gefahrenpotential“, sollten die mutmaßlichen Islamisten nach absolvierter Ausbildung in einem Terrorcamp nach Deutschland zurückkehren. In dem Bericht heißt es dem TV-Magazin zufolge:„Je nach individuellem Radikalisierungsgrad ist davon auszugehen, dass diese Personen grundsätzlich bereit sind, im In- oder Ausland (Selbstmord-)Anschläge zu begehen.“

Die Hamburger Innenbehörde erklärte dazu auf Anfrage, ihre Dienststellen träfen „im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus verschiedene Maßnahmen, auch und gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Gefährdungslage und den in den vergangenen Wochen im Internet platzierten Videobotschaften“. „Auch wenn wir derzeit keine konkreten Hinweise auf Anschlagsplanungen haben, nehmen wir die Gefahr ernst.“ Die Hamburger Innenbehörde habe sich gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder auf Maßnahmen verständigt, „die wir gemeinsam, auch in Hamburg, umsetzen - über die wir aber nicht in aller Öffentlichkeit reden, um die Wirksamkeit unserer Maßnahmen nicht zu gefährden“.

afp