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Deutschland / Welt „Hart aber fair“: Eine Heimat für alle?
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06:36 26.02.2019
Frank Plasberg ließ in „Hart aber fair“ über den schwierigen Begriff „Heimat“ diskutieren. Quelle: Horst Galuschka/dpa
Hannover

„Heimat Deutschland – nur für Deutsche oder offen für alle?“ Schon allein die Frage, um die sich die Polit-Talkshow „Hart aber fair“ am Montag drehte, löste im Voraus eine Menge Irritationen aus. Denn seit wann steht es zur Diskussion, wer sich wo zuhause fühlt und fühlen darf? Und warum? Auch darum ging es bei dem Annäherungsversuch an das Reizwort Heimat, der mitunter zeigte: Vielleicht liegt nicht alles im Argen.

Genau genommen saßen bei dem Gespräch über Heimat in Deutschland nur Deutsche am Tisch. Neben den beiden Politikern Katrin Göring-Eckardt (Grüne), Fraktionsvorsitzende im Bundestag, und Hubert Aiwanger (Freie Wähler), der stellvertretende Ministerpräsident Bayerns, diskutierten der Soziologie-Professor Armin Nassehi, der Leiter des „Bild“-Politikressorts Nikolaus Blome – und die Kabarettistin Idil Baydar. Als Tochter türkischer Einwanderer war es ihre Aufgabe, die Perspektive derer zu vertreten, denen eine „Heimat Deutschland“ oft nicht automatisch zugesprochen wird.

Die Frage nach der Herkunft

Diese Aufgabe erfüllte sie mit leidenschaftlichem Protest besonders gegen Aussagen von Blome und Aiwanger. Die permanente Frage, wo sie eigentlich herkomme, irritiert sie, die in Deutschland geboren ist – genauso wie andere das Gefühl irritiert, nicht danach fragen zu dürfen. „Sie fühlen sich immer zurückgesetzt“, wandte Aiwanger ein, „vielleicht finde ich es interessant, wo ihre Großeltern herkommen?“ Für Baydar steht dagegen die Frage im Raum, ob bestimmte Kulturen in Deutschland nicht mit unterschiedlichen Wertigkeiten verbunden seien. Wer kenne denn positive Klischees über Türken?

Mitreden als ein Anfang

Immer wieder vermitteln konnte der Soziologe Nassehi. „Erst wenn die Herkunft eines Menschen das Einzige ist, was uns interessiert, dann haben wir ein Problem“, sagte er. Baydars Erfolg als politische Kabarettistin ist in seinen Augen ein Zeichen für gute Integration. „Dass wir uns darüber streiten, ist eigentlich ein Zeichen, dass Migranten in der zweiten und dritten Generation so angekommen sind, dass wir uns anhören müssen, was sie erzählen.“

Umso interessanter wäre es vielleicht gewesen, was die zu erzählen haben, die an diesem Abend nicht mitdiskutierten: Menschen, die in Deutschland leben, ohne dort geboren zu sein.

Von Elena Butz/RND

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