Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Hassprediger fordert Enthauptung von Islamgegner Geert Wilders
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Hassprediger fordert Enthauptung von Islamgegner Geert Wilders
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:12 03.09.2010
Bedroht: der niederländischen Rechtspopulist Geert Wilders.
Bedroht: der niederländischen Rechtspopulist Geert Wilders. Quelle: dpa
Anzeige

Der Rechtspopulist habe Muslime und ihren Propheten beleidigt und müsse dafür sterben, erklärte der libanesisch-australische Islamfanatiker Feiz Muhammed (40) nach einem Bericht der Zeitung „De Telegraaf“ vom Freitag. Vor sechs Jahren hatte ein Muslimfanatiker den Filmregisseur Theo van Gogh in der Öffentlichkeit niedergeschossen und ihm dann die Kehle durchgeschnitten. Wilders sagte, er sei geschockt und nehme die Drohung ernst.

Die Zeitung stellte eine Tonaufzeichnung ins Internet, die angeblich bei einer abgeschirmten Internet-Konferenz mit niederländischen Anhängern Muhammeds mitgeschnitten wurde. Darauf ist ein englisch sprechender Mann zu hören, den die Zeitung als den Hassprediger identifizierte: „Wer unsere Lehre verspottet, über den Islam lacht und ihn erniedrigt, muss getötet werden, enthauptet ihn, hackt ihm seinen Kopf ab!“

Die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Quellen, der Mordaufruf sei möglicherweise schon kurze Zeit nach der Veröffentlichung des islamfeindlichen Propagandafilms „Fitna“ durch Wilders im Jahr 2008 in Umlauf gebracht worden. Damals waren die staatlichen Sicherheitsvorkehrungen für Wilders, der Mitglied des Parlaments ist, erheblich verschärft worden.

Ein Sprecher der niederländischen Anti-Terrorismus-Behörde NCTB wollte sich dazu nicht konkret äußern. Er sagte aber, man sehe zurzeit keinen Grund, den ohnehin umfangreichen Personenschutz für den Chef der Partei für Freiheit (PVV) noch weiter zu verstärken. Wilders verlangte vom Geheimdienst AIVD, der laut „Telegraaf“ ebenfalls über die Tonaufnahme verfüge, Auskunft, wieso er erst durch die Zeitung von dem Mordaufruf erfahre.

Die Veröffentlichung des Tonbandes weckte in den Niederlanden Erinnerungen an die Ermordung des Filmregisseurs van Gogh. Der vehemente Islamkritiker war am 2. November 2004 in Amsterdam von einem jungen niederländischen Muslimfanatiker ermordet worden.

Wilders hatte 2008 Muslime in aller Welt verärgert, als er in seinem Internet-Video „Fitna“ den Islam als Ideologie des Terrorismus darstellte. In Reden und Interviews setzte er den Koran mit Hitlers „Mein Kampf“ gleich, nannte den Islam eine „faschistische Ideologie“ und verunglimpfte dessen Propheten als „Barbaren, Massenmörder und Pädophilen“. In einem australischen Fernsehinterview wiederholte er erst kürzlich seine scharfen Angriffe und verlangte erneut, die Einwanderung von Muslimen in den Westen zu stoppen.

Der Islamprediger Feiz Muhammed, der unter jungen radikalen Muslimen in vielen Ländern populär ist, hat immer wieder mit extremen Äußerungen für Aufsehen gesorgt, darunter mit beleidigenden Angriffen auf Juden. Frauen, die vergewaltigt werden, seien daran selbst schuld, wenn sie Miniröcke oder enge Jeans tragen, behauptete er. Über gezielte Aufrufe des Predigers zur Ermordung einzelner Islamgegner war jedoch bislang nichts bekannt geworden.

dpa