Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt „I'm running for president“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt „I'm running for president“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:43 12.04.2015
Jetzt ist es offiziell: Hillary Clinton will erneut für das Amt des US-Präsidenten kandidieren. Quelle: dpa
Anzeige
Washington

 Die frühere First Lady und Ex-Außenministerin Hillary Clinton will ein zweites Mal versuchen, Präsidentin der USA werden. Die 67-Jährige gab ihre bereits seit längerem erwartete Kandidatur am Sonntag in einem online veröffentlichten Video offiziell bekannt. „I am running for president“ (Ich bewerbe mich um die Präsidentschaft) sagt sie in dem kurzen Film.

Anzeige

In den nächsten Wochen wolle sie mehrere Staaten besuchen, die frühzeitig Vorwahlen abhalten, so Iowa und New Hampshire, hieß es. „Ich hoffe, sie begleiten mich auf meinem Weg“, sagte sie. In dem Videoclip hob sie hervor, sich besonders für die „normalen Bürger“ einsetzen und ihre Vorkämpferin sein zu wollen.  

2008 hatte sich die Frau von Ex-Präsident Bill Clinton im Vorwahlkampf dem derzeitigen Amtsinhaber Barack Obama geschlagen geben müssen. Diesmal zeichnet sich bei der innerparteilichen Kandidatenkür der Demokraten keine ernsthafte Konkurrenz für Hillary Clinton ab.

Bei der Präsidentschaftswahl dürfte sie einen weitaus schwereren Stand haben. Bisher haben auf republikanischer Seite die Senatoren Ted Cruz und Rand Paul ihre Kandidatur erklärt. Als nächster will Senator Marco Rubio aus Florida am Montag in den Ring steigen.

Welche Politik verfolgt Hillary Clinton?

Hillary Clintons erster Präsidentschaftswahlkampf liegt lang zurück - und in ihrer Position als Außenministerin musste sie sich aus der Parteipolitik weitgehend heraushalten. Daher sind viele ihrer aktuellen politischen Positionen noch nicht ganz klar. Doch es sind klare Tendenzen zu erkennen:

WIRTSCHAFT UND SOZIALES

Clinton wird als Unternehmer-freundlich, aber sozial beschrieben. Sie befürwortet öffentliche Investitionen in Infrastruktur und Bildung sowie die Unterstützung von Geringverdienern. Wie Obama will sie höhere Steuern für Reiche und mehr finanziellen Schutz für die Mittelschicht. Aber sie sprach sich auch gegen hohe Staatsschulden und ineffizienten Sozialsystemen aus. Hohe Haushaltsdefizite sind für sie nach eigenen Worten „eine Gefahr für die nationale Sicherheit“.

UMWELTPOLITIK

Sie setzt sich prinzipiell für den Klimaschutz ein. So unterstützt sie unter anderem die Einführung des Handels mit Emissionsrechten von Energieproduzenten und Industrie. Allerdings scheint sie den Interessen der Wirtschaft mehr Gewicht zu schenken als US-Präsident Barack Obama. Umweltschützer erhoffen sich mehr von ihr.

EINWANDERUNGSPOLITIK

Auch hier sind die Unterschiede zu Obama gering. Clinton unterstütze wie er stets das Vorhaben, Millionen ungesetzlich im Land lebenden Menschen einen Weg in die Legalität zu ebenen. Zugleich will sie die Sicherheit an den Grenzen erhöhen.

HOME-EHE

Hier haben sich die Ansichten von Clinton gewandelt. Erst 2013 sprach sie sich eindeutig für die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare aus. „Schwulenrechte sind Menschenrechte“, sagte sie damals.

ABTREIBUNG

Clinton unterstützt das Recht der Frau, sich für eine Abtreibung zu entscheiden. Persönlich ist sie aber dagegen und spricht von einer „tragischen Entscheidung für viele, viele Frauen“.

GEHEIMDIENSTE UND NSA

Bei dem Thema bleib sie bisher sehr vage. Der für seine massive Datensammlung von Bürgern bekannte Geheimdienst NSA sollte etwa ihrer Meinung nach transparenter werden und sich stets nach den Gesetzen richten. Das klingt nach Platitüde. Nicht zu vergessen: Als Außenministerin hat sie sicherlich oft von Erkenntnissen der Geheimdienste profitiert.

AUßENPOLITIK

Clinton gilt als außenpolitisch härter als Obama, dem sie zu große Vorsicht nachsagt, aber nicht so konservativ wie viele Republikaner.

Die USA und Europa müssen ihrer Ansicht nach mehr Stärke gegen Russland und Kremlchef Wladimir Putin zeigen. Sie scheint zumindest aus europäischen Ländern Waffenlieferungen an die Ukraine zu befürworten.

Die Fortschritte bei den Atomverhandlungen mit dem Iran bezeichnet sie als «wichtigen Schritt“. Im Vorjahr hatte sie durchblicken lassen, stärkere Einschränkungen für Teherans Atomprogramm besser zu finden.

Im vergangenen Sommer warf sie Obama offen eine „dumme“ Politik im Syrien-Konflikt und im Irak vor. Die große Zurückhaltung der USA unter ihm habe zu einem Machtvakuum geführt, das Dschihadisten ausgenutzt hätten.

dpa

Mehr zum Thema

Hillary Clinton will am Sonntag ihre Präsidentschaftskandidatur bekanntgeben. Die ehemalige US-Außenministerin werde dies demnach per Kurznachrichtendienst Twitter tun. In jedem Fall wird der Wahlkampf für alle Beteiligten eine äußerst teure Angelegenheit.

Stefan Koch 13.04.2015

Wer Spitzenämter der US-Regierung besetzt, trägt nicht selten zwei Telefone bei sich. Ex-Außenministerin Hillary Clinton war das zu lästig, sagt sie. In der E-Mail-Affäre hätte sie wohl gern einiges anders gemacht.

10.03.2015
Deutschland / Welt Private Adresse für Arbeit benutzt - Hillary Clintons E-Mail-Affäre

Der Ärger geht für Ex-Außenministerin Hillary Clinton los, bevor sie ihre Kandidatur für das Präsidentenamt offiziell erklärt hat. Clinton ist wegen der angeblich ausschließlichen Nutzung ihrer privaten E-Mail-Adresse während ihrer Amtszeit als Außenministerin in die Kritik geraten.

05.03.2015
12.04.2015
12.04.2015