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Deutschland / Welt Zittern um Prestige und Geld: Welche Hochschulen werden die deutschen Exzellenzuniversitäten?
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Hochschulen: Welches werden die deutschen Exzellenzuniversitäten?

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07:00 19.07.2019
Höchstens elf Hochschulen oder Verbünde werden den Titel Exzellenzuniversität bekommen. Quelle: Waltraud Grubitzsch/dpa
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Berlin

Im Wettbewerb um den Status der Exzellenzuniversität geht es ums Prestige, aber auch um sehr viel Geld. Die wichtigsten Fakten in Fragen und Antworten:

Warum werden überhaupt Exzellenzuniversitäten gekürt?

Die deutsche Hochschullandschaft ist anders als die amerikanische: Sie bietet einen gesicherten Standard ohne extreme Ausreißer nach unten, es gibt aber auch kein deutsches Harvard. Die Idee der so genannten Exzellenzstrategie von Bund und Ländern ist, einige deutsche Universitäten hervorzuheben und im internationalen Wettbewerb zu stärken.

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Was bekommen die Siegeruniversitäten?

Bund und Länder stellen ab 2019 für die Förderung 148 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Gekürt werden höchstens elf Sieger: das können einzelne Universitäten, aber auch Universitätsverbünde sein. Die einzelne Exzellenzuniversität soll dabei 10 bis 15 Millionen pro Jahr erhalten, Universitätsverbünde bekommen 15 bis 28 Millionen pro Jahr. Das reicht zwar nicht für ein deutsches Harvard, ist aber eine Menge Geld. Und: Der Titel Exzellenzuniversität kann helfen, Spitzenforscher zu halten oder zu gewinnen.

Wer konkurriert um Geld und Titel?

Es sind noch 19 Wettbewerber im Rennen. Darunter sind 17 Einzeluniversitäten, unter ihnen zum Beispiel die Universitäten Kiel, Braunschweig, Köln, Bonn, Heidelberg, Dresden und die beiden Münchner Universitäten. Zudem sind zwei Universitätsverbünde in der Endrunde: Einer umfasst die drei Berliner Universitäten (FU, HU, TU). Und einer besteht aus Leibniz Universität Hannover und Medizinischer Hochschule Hannover.

Warum stehen diese Universitäten zur Auswahl?

In einer ersten Runde konnten sich alle deutschen Unis um die Förderung von Exzellenzclustern bewerben, also um Geld für international wettbewerbsfähige Forschungsprojekte. Universitäten, die den Zuschlag für die Förderung von zwei Clustern erhalten haben, konnten eine Bewerbung für den Titel Exzellenzuniversität einreichen. Univerbünde mussten für ihre Bewerbung drei geförderte Cluster vorweisen.

Wer trifft die Entscheidung: Wissenschaft oder Politik?

Alle Beteiligten legen großen Wert darauf, dass die besten Kandidaten ausgewählt werden sollen – gemessen an wissenschaftlicher Leistungsfähigkeit und Konzeption. In der Kommission, die am Freitag in Bonn entscheidet, sitzen allerdings Wissenschaft und Politik: also neben 39 Forschungsexperten auch die Länder und der Bund.

Wie sieht das genaue Abstimmungsverfahren aus?

Die 39 Wissenschaftsexperten in der Kommission bereiten die Entscheidung vor, indem sie alle Kandidaten in ein Ampel-System einordnen: Grün ist ein klares Ja, Gelb steht für eine weniger enthusiastische Befürwortung und Rot für Nein. Die Sieger brauchen dann eine doppelte Mehrheit: Von den 39 Experten müssen mindestens die Hälfte zustimmen. Auf der politischen Seite ist es noch mal etwas komplizierter: Bei den Siegern müssen der Bund und mindestens neun der 16 Bundesländer zustimmen.

Gilt das Prinzip: einmal Exzellenzuniversität, immer Exzellenzuniversität?

Wer jetzt gekürt wird, muss sich künftig nicht neu bewerben. Er wird aber nach sieben Jahren evaluiert – und könnte dann theoretisch seinen Status verlieren. Das soll aber die Ausnahme und nicht der Regelfall sein.

Gibt es künftig noch Chancen für alle, die jetzt leer ausgehen?

Im Jahr 2026 soll es eine nächste Auswahlrunde geben, in der vier zusätzliche Bewerber zur Exzellenzuniversität werden können.

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Von Tobias Peter/RND

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