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Deutschland / Welt Auch Hollande reist nicht nach Sotschi
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Auch Hollande reist nicht nach Sotschi
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18:01 15.12.2013
Nach Joachim Gauck und Viviane Reding verzichtet auch Frankreichs Präsident François Hollande auf eine Reise zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi. Quelle: dpa
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Paris/Berlin

Nach Bundespräsident Joachim Gauck und EU-Kommissarin Viviane Reding verzichtet auch Frankreichs Präsident François Hollande auf eine Reise zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi. Es sei nicht vorgesehen, dass sich hohe Vertreter des Staates dazu nach Russland begäben, sagte Außenminister Laurent Fabius am Sonntag in einem Interview. Weder Hollande noch er selbst wollten im Februar nach Sotschi fahren.

Ebenso wie Gauck nannte Fabius allerdings keine Gründe für die Entscheidung. Nur Reding hatte offen auf Menschenrechtsverletzungen verwiesen. "Ich wünsche den Spielen viel Erfolg", ergänzte Fabius lediglich.

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Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hingegen soll verärgert über die Entscheidung des Bundespräsidenten sein, nicht zu den Olympischen Winterspielen zu fahren. Von der Entscheidung habe die Leitungsebene des Kanzleramts aus den Medien erfahren, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" unter Berufung auf das Umfeld Merkels. Nach Angaben des Präsidialamts soll dagegen das Kanzleramt informiert worden sein, bevor die Absage öffentlich wurde.

Auch die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet über Kritik im Kanzleramt am Vorgehen Gaucks. Das Bundespräsidialamt habe das Kanzleramt nicht informiert, andernfalls hätte man dem Bundespräsidenten von diesem Schritt abgeraten, hieß es. Gauck - so die Einschätzung - fördere eine Polarisierung in den deutsch-russischen Beziehungen. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" plant Gauck seit Monaten einen Staatsbesuch in Russland. "Gauck möchte bei seinem ersten Besuch in Russland respektvoll einiges ansprechen", sagte der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rolf Mützenich. "Das ist in dieser Form in Sotschi nicht möglich." Russland steht international wegen Menschenrechtsverletzungen sowie eines harten Anti-Homosexuellen-Gesetzes in der Kritik.

dpa

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