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Deutschland / Welt ISAF-Truppen gelingen erste Erfolge bei Großoffensive
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09:56 15.02.2010
Britische Soldaten beim Einsatz in Afghanistan Quelle: dpa
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Die große Militäroffensive gegen die radikalislamischen Taliban in Afghanistan könnte noch Wochen weitergehen. US-Brigadegeneral Lawrence (Larry) Nicholson sagte dem US-Fernsehsender CBS am Sonntag, die Militäroperation in Mardscha in der südafghanischen Provinz Helmand könne möglicherweise noch 30 Tage dauern. Es werde zwar eine sehr lange und mühsame Aufgabe sein, aber er sei „sehr optimistisch“. Die Aufständischen hätten mehr Sprengfallen installiert, als die Militärs erwartet hätten, betonte Nicholson. Deshalb kommen die Soldaten auch sehr vorsichtig voran, berichtete die CBS-Korrespondentin.

Zwei Tage nach dem Beginn ihrer Großoffensive im Süden Afghanistans haben internationale und afghanische Truppen nach eigenen Angaben den Großteil der umkämpften Region unter ihre Kontrolle gebracht. Die Bezirke Mardscha und Nad Ali in der Unruheprovinz Helmand würden nahezu gänzlich von Soldaten kontrolliert, sagte der afghanische General Aminullah Patiani am Montag vor Journalisten. Die radikalislamischen Taliban hätten die Gegend verlassen. Es gebe jedoch weiterhin die Gefahr von versteckten Sprengsätzen. Patiani leitet auf afghanischer Seite den Einsatz der einheimischen und internationalen Truppen.

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Am Sonntag hätte die starke Gegenwehr der Taliban US-Marine- Infanteristen zu sehr vorsichtigem Vorrücken gezwungen, berichtete die „Washington Post“. Manchmal habe es Stunden gedauert, um einige hundert Meter weiter zu kommen. Die „New York Times“ schrieb von heftigen Kämpfen am Sonntag in der Gegend um Mardscha. Es stießen immer mehr Truppen in die Stadt vor. Die Suche nach Aufständischen und Waffenverstecken sei verstärkt worden. Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmad erklärte, die Koalitionstruppen hätten keine Gebiete in der Region Mardscha von den Aufständischen eingenommen.

Ein britischer Major berichtete von der Front, dass „die harte Arbeit noch zu tun ist“. Der Bevölkerung müsse auch bewiesen werden, dass die Soldaten ihnen die nötige Sicherheit bringen könnten.

Wie viele Taliban-Kämpfer in der Region Mardscha in der südafghanischen Provinz Helmand seien, sei unklar. Aber Militärs gehen nach Angaben des US-Fernsehsenders CNN davon aus, dass es Hunderte sind, die sich zum Teil in Häusern der Zivilbevölkerung verschanzt hätten. Der britische Militärsprecher Generalmajor Gordon Messenger sagte dem Sender, die sehr schwierige Operation laufe “äußerst gut“. Die Soldaten müssten in sehr offenem Gelände kämpfen.

Am Sonntag, dem zweiten Tag der Operation „Muschtarak“ („Gemeinsam“), wurden versehentlich mindestens zwölf Zivilisten getötet. Die Internationale Schutztruppe ISAF teilte mit, zwei Raketen hätten ihr Ziel am Sonntag um etwa 300 Meter verfehlt. ISAF- Kommandeur Stanley McChrystal habe sich beim afghanischen Präsidenten Hamid Karsai entschuldigt. „Es ist bedauerlich, dass im Laufe unserer gemeinsamen Anstrengungen Unschuldige ihr Leben verloren“, sagte der US-General. Man werde alles unternehmen, dass solche Vorfälle nicht mehr vorkämen.

Der Präsidentenpalast hatte zuvor mitgeteilt, eine Rakete habe das Haus einer Familie im Distrikt Mardscha getroffen, wobei zehn Zivilisten getötet und mehrere verletzt worden seien. Die ISAF teilte dagegen mit, zu dem Vorfall sei es im benachbarten Distrikt Nad Ali gekommen. Karsai hatte die Soldaten zu Beginn der Operation am Samstag dazu aufgerufen, vorsichtig vorzugehen und keine Zivilisten zu gefährden. Auch die Vereinten Nationen hatten an die Konfliktparteien appelliert, Unbeteiligte zu schützen. Mit der bislang größten Offensive gegen die Taliban sollen die Aufständischen aus Mardscha und Nad Ali vertrieben werden.

Bei der Operation „Muschtarak“ gehen seit Samstag 15 000 afghanische und ausländische Soldaten gegen die Taliban in Helmand vor. Es ist die größte Offensive seit dem Sturz des Taliban-Regimes.

Mit der Offensive wollen die ausländischen und afghanischen Truppen in Afghanistan eine Wende erzwingen. Die größten Kontingente der ausländischen Truppen bei der Operation stellen Amerikaner und Briten. Außerdem nehmen Soldaten aus Kanada, Dänemark, Estland und Frankreich teil. Offiziell führen die Afghanen das Kommando. Anders als bei früheren Offensiven, wo die Truppen nach dem Ende der Kämpfe wieder abzogen, soll die Bevölkerung diesmal nach der Operation nicht wieder alleingelassen werden.

dpa/afp

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